Hautnah: Tonys Abschied oder Der Mann mit den blauen Tüten

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© ITV 2008, Foto: Alan Peebles – Simone Lahbib, Robson Green[/white_box]
Rezension: Staffel 6

Tony Hill (Robson Green) ist klinischer Psychiater und berät die Polizei in Bradfield bei ganz besonders grausamen Mord-Fällen. Und natürlich tut er das auf seine ganz eigene Weise. Er hat die seltene Gabe sich einerseits völlig in die Gedankenwelt des Täters zu versetzen, sich andererseits aber auch nicht von ihr beeinflussen zu lassen. Er hat weder ein dunkles Ich, noch ist er dauerdepressiv.

Tony ist intelligent und sanft und irgendwie auch ein bisschen chaotisch. Wenn er unterwegs ist, trägt er keine Taschen und auf Reisen auch keine Koffer mit sich – nein, er bevorzugt kleine, blaue Mülltüten. Und selten trifft man ihn schlafend in einem Bett an – Tony fällt meist dort ins Traumland, wo er gerade mit sich selbst redend seinen letzten Gedankengängen zum aktuellen Fall gefolgt war. Man möchte meinen, dass er seine Umgebung als Psychiater zu Tode analysiert, aber dankenswerterweise verschont er sein soziales Umfeld damit. Es sei denn, man braucht seinen Rat. Hautnah: Tonys Abschied oder Der Mann mit den blauen Tüten weiterlesen

Exile (2011)

Rezension: Miniserie

Neben den in Deutschland gezeigten, britischen Produktionen, möchten wir auch auf Serien aufmerksam machen, die hierzulande noch nicht ausgestrahlt wurden. Dabei werden wir sowohl aktuelle als auch ältere Serien besprechen. Den Anfang macht das dreiteilige BBC Drama „Exile“ von Paul Abbott. Exile (2011) weiterlesen

Tom Thorne: Sleepyhead und Scaredy Cat

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© Sky1, Foto: Liam Daniel – David Morrissey[/white_box]
Rezension: TV Mehrteiler

Der 1961 geborene, britische Kriminalschriftsteller Mark Billingham ist eigentlich Schauspieler und Komiker. Er schrieb auch Drehbücher für TV Serien. Doch richtig bekannt wurde er durch seine Kriminalbuchreihe, in deren Mittelpunkt der Londoner Detective Inspector Tom Thorne steht. Von den bislang zehn Romanen wurden acht ins Deutsche übersetzt und vom Goldmann Verlag herausgebracht. 2010 wurden die ersten beiden Bücher „Sleepyhead“ und „Scaredy Cat“ mit David Morrissey in der Hauptrolle des Tom Thorne verfilmt und vom britischen Pay TV Sender Sky One ausgestrahlt.

Nun erscheinen beide Teile als  DVD und Blu-ray Premiere bei EuroVideo – „Der Kuss des Sandmanns“ („Sleepyhead“) am 11.08.2011 und „Die Tränen des Mörders“ („Scaredy Cat“) am 15.09.2011. Tom Thorne: Sleepyhead und Scaredy Cat weiterlesen

Inspector Barnaby: Der gediegene Krimi

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© ITV 2007, Edel:Motion – John Nettles, Jason Hughes[/white_box]
Rezension: Volume 12

Midsomer, eine fiktive Grafschaft in England. Idyllisch und tödlich. In New York heißt es: Wer es hier schafft, schafft es überall. Wer in Midsomer überlebt, überlebt wohl auch überall sonst. Pittoreske Landschaften, schrullige Dorfbewohner, urige Pubs und jede Menge Mordlust. Chief Inspector Tom Barnaby (John Nettles) hat alle Hände voll zu tun und kann dennoch eine hundertprozentige Aufklärungsquote liefern.

Schriftstellerin Caroline Graham hätte wohl nie vermutet, dass ihr Roman „The Killing at Badger’s Drift“, dem noch vier weitere Bücher folgten, eine derart erfolgreiche Serienverfilmung nach sich ziehen würde. In Großbritannien befindet man sich bereits in der 14. Staffel, wobei die Fackel von John Nettles an Neil Dudgeon weitergereicht wurde, der seit 2010 den Nachfolger DCI John Barnaby verkörpert. Inspector Barnaby: Der gediegene Krimi weiterlesen

George Gently: Der Unbestechliche

[white_box]© BBC, ALL3MEDIA, Foto: Bernard Walsh – Martin Shaw, Lee Ingleby[/white_box]
Rezension: Staffel 3

Betrachtet man den eigentlich überflüssigen und reichlich plakativen, deutschen Nebentitel, ist der gar nicht mal so schlecht gewählt. Er beschreibt die Hauptfigur George Gently wirklich treffend. Ein harter Knochen, der sich ohne Wenn und Aber gegen die Korruption in den eigenen Reihen verschrieben hat mit ausgeprägten, moralischen Wertvorstellungen. Gemessen an der Zeit, in der die Geschichten spielen – die frühen 1960er Jahre – ist Gentlys moralisches Empfinden allerdings sehr liberal. Er verbittet sich rassistische oder diffamierende Äußerungen, stört sich nicht an sexuellen Orientierungen, die zu dieser Zeit noch kriminalisiert wurden und zeigt Verständnis für den Wunsch der Frauen nach Selbstbestimmung. Ein moderner Mann in einer unmodernen Zeit. George Gently: Der Unbestechliche weiterlesen