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Brokenwood: Hat Frodo geschossen?

Rezension: Staffel 1

Die Neuseeländer können nicht nur „Herr der Ringe“. Die können auch Krimi. Nun braucht man für die Kriminalgeschichten aus BROKENWOOD nicht zwangsläufig die atemberaubende Kulisse dieses Landes, aber die schadet hier genauso wenig wie der karge Insel-Charme von „Shetland“ oder die entzückend pittoreske Dorfidylle von „Inspector Barnaby“. Mit letzterem wird auf dem Cover dieser ersten Staffel sogar geworben.

Brokenwood, Szenefoto
© South Pacific Pictures 2014, Edel:Motion 2019, BROKENWOOD – Szenefoto, Neill Rea

Diesem Vergleich möchte man nicht widersprechen, auch wenn Hauptdarsteller Neill Rea als DI Mike Shepherd etwas schrulliger wirkt und als vierfach Geschiedener nicht unbedingt Familiensinn besitzt. Er liebt Country Musik und bezeichnet sein Auto als „Klassiker“. Seine Mitfahrer hingegen sind eher erstaunt, dass es tatsächlich noch fährt.

Kristin: „Was ist das mit Ihnen und der Ehe?“
Mike: „Gegen die Ehe hab‘ ich nichts. Nur, dass sie nach meiner Erfahrung jede gute Beziehung irgendwann kaputt macht.“

Brokenwood, Szenefoto
© South Pacific Pictures 2014, Edel:Motion 2019, BROKENWOOD – Szenefoto

Die Whodunit-Mordfälle in Spielfilmlänge besitzen allerdings auch diese gewisse Leichtigkeit. Wer-ist-der-Täter-Raten bei einer Tasse Kaffee, untermalt mit sympathischen Charakteren und hintersinnigem Humor.

Phillip: „Ich bin nicht allein gewesen. Ich war bei einer Frau. Die ganze Nacht.“
Mike: „Und hat diese Frau auch einen Namen?“
Phillip: „Ja.“
Mike: „Ist ‚ja‘ ihr Vor- oder Nachname?“

Brokenwood, Szenefoto
© South Pacific Pictures 2014, Edel:Motion 2019, BROKENWOOD – Neill Rea, Fern Sutherland, Nic Sampson

Dem Mordermittler zur Seite steht Fern Sutherland als Detective Kristin Sims, smart und pragmatisch. Nic Sampson als D.C. Breen wirkt weniger smart, aber durchaus dienstbeflissen.

Ein echtes Highlight ist Cristina Serban Ionda als Gerichtsmedizinerin Gina. Die aus Wladiwostok stammende Pathologin besitzt den spröden Charme einer Klischee-Russin, die man heute nur noch in amerikanischen Filmen der Achtziger Jahre findet. Einfach herrlich.

Mike: „Kann man damit aus Versehen in Kontakt kommen?“
Gina: „Nur, wenn man jemandem aus nächster Nähe ins Gesicht schießt. Aus Versehen.“

Brokenwood, Szenefoto
© South Pacific Pictures 2014, Edel:Motion 2019, BROKENWOOD – Cristina Serban Ionda, Neill Rea

Im Fazit ist die Serie – wie schon vorausgeschickt – ihren „Britischen Kollegen“ ebenbürtig. Kurzweilig, unterhaltsam, schnörkellos. Und was die Country Musik betrifft… man sollte schon eine gewisse Neigung dafür aufbringen. Die musikalische Untermalung geizt nämlich nicht mit dem traditionellen Sound aus Übersee.

Jacinta: „Heute keine Country Musik?“
Mike: „Zu viel des Guten ist ungesund.“

Das Erste zeigte die erste Staffel der Serie als TV Premiere vom 21.07.2019 bis 11.08.2019. Am 16.08.2019 erschien sie auf DVD.

Danke an #EdelMotion und #Gluecksstern für die zur Verfügungstellung der DVDs.

Brokenwood, Coverfoto: Edel:Motion
Brokenwood, Coverfoto: Edel:Motion

DVD Ausstattung

Format: PAL
Ländercode: 0
Disc-Typ: 2xDVD-9
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 2
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 363 Min. (4 x ca. 90 Min.) + Bonus (ca. 11 Min.)
Extras: Interviews mit Hauptdarstellern und Lead-Autor Tim Balme
Verpackung: Digipak, FSK-Button aufgedruckt
Label: edel:motion

Episoden – Disc 1
1.01 Blut und Wasser (1:28:46)
1.02 Bitterer Wein (1:35:04)

Episoden – Disc 2
1.03 Der letzte Abschlag (1:26:29)
1.04 Tödliche Jagd (1:31:25)
Bonus: Interview mit Neill Rea & Fern Sutherland (05:28 Min.), Interview mit Lead-Autor Tim Balme (05:21 Min.)

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