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The Interceptor

The Interceptor
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© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“ – Anna Skellern, O.T. Fagbenle, Charlie de Melo
Rezension: Staffel 1

Mit THE INTERCEPTOR gibt es mal wieder eine durch und durch urbane Krimiserie – modern, realistisch und schnörkellos. O.T. Fagbenle („Doctor Who“, „Der Kuss des Sandmanns“, „Die Tränen des Mörders“) spielt den Zollfahnder Marcus „Ash“ Ashton, der nach einem Einsatz, bei dem sein Freund und Kollege Tommy (Robert Lonsdale, „Chewing Gum“) einen schweren Unfall erleidet, von der U.N.I.T (The Office of Undercover Narcotics Investigation Team) angeworben wird.

Endlich bekommt er die Gelegenheit, im Netz der Drogendealer nach dem ganz großen Fisch zu suchen. Als Kind musste er miterleben, wie Drogen das Leben seines Vaters zerstört hatten.

Martin: „Ich weiß nicht so recht. Ich hab‘ samstags vormittags lieber frei.“
Ash: „Gewöhn‘ dich dran. Eins der besonderen Merkmale Krimineller… sie machen nie Feierabend.“

The Interceptor

© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“

In der U.N.I.T fällt es Ash jedoch schwer, zwischen seinem Auftrag und seinen eigenen moralischen Werten eine Balance zu finden. Immer wieder versuchen seine Vorgesetzten Cartwright (Ewan Stewart, „Titanic“) und Valerie (Lorraine Ashbourne, „Jericho“) ihm klarzumachen, dass er auf Einzelschicksale keine Rücksicht nehmen darf, wenn er die Person dingfest machen will, die an der Spitze steht.

Doch nicht nur das bereitet ihm Probleme. Ashs Familie bekommt ihn immer seltener zu sehen und seine Ehefrau Lorna (Jo Joyner, „EastEnders“) macht sich Sorgen. Erstrecht, da Ash nicht bereit ist, über seinen neuen Job zu sprechen.

Ash: „Geheimnisse. Da steckt nie was Gutes dahinter.“

The Interceptor

© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“ – Anna Skellern

Zu Ashs neuen Kollegen Kim (Anna Skellern, „Lip Service“) und Martin (Charlie de Melo, „Jarhead 3: The Siege“) gesellt sich auch bald Tommy, der bedingt durch seine Rekonvaleszenz erst einmal eine ruhige Kugel im Innendienst schieben muss. Mit der Abhörtechnologie kommt er überraschend gut zurecht. Seine Aufmerksamkeit und sein gutes Gehör bringen die Ermittlungen voran.

Trevor Eve („Waking the Dead“), der hier als Bösewicht Roach glänzen darf, hatte sichtlich Spaß an seiner Rolle. Süffisant und mit ausgeprägten Aggressionsbewältigungsproblemen, setzt er alles daran, ein großes Drogenimperium zu etablieren.

Docker: „Gute Ausrüstung, oder?“
Yorkie: „Nicht übel. Aber ich wette, du hast zu viel dafür bezahlt.“
Docker: „Alles billiger im Norden, hah?“
Yorkie: „Ja.“
Docker: „Aber wir haben den Sonnenschein.“
Yorkie: „Die Sonne scheint auch in Yorkshire, Witzbold. Gott hasst nur Lancashire.“

The Interceptor

© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“

Neben der Fahndung nach dem Kopf des Drogenringes berühren vor allem die Einzelschicksale, die hier erzählt werden. Dazu zählen die Geschichten um Cal (Jack Bence, „Bad Education“), der zwischen die Fronten gerät, als er sich während der Abwesenheit der Mutter um seine beiden jüngeren Geschwister kümmern muss. Und um Stacey (Ruby Wild, „The Smoke“), eine junge Mutter, die mit der Unterstützung von Ash um das Sorgerecht ihres Kindes kämpft.

Auf der Seite der Kriminellen beeindrucken – neben Trevor Eve Jack Roth („Bedlam“) als Casby und Ralph Ineson („Game of Thrones“) als Yorkie.

Der Humor ist sparsam, aber er passt. Etwa in der Szene, in der ein Amateur-Waffenhersteller während seiner Arbeit einen Spice Girls Song mitsingt.

The Interceptor

© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“ – O.T. Fagbenle

Hauptdarsteller O.T. Fagbenle wirkt in seiner Darstellung des Ash ungemein sympathisch und überzeugt mit einer Mischung aus liebevollem Familienvater, loyaler Freund und leidenschaftlich in seinem Beruf. Das Ganze unterstreicht er mit Charme, Witz und Coolness.

Auch die Gaststars wie Lee Boardman („Da Vinci’s Demons“) als Xavier, Neil Stuke („Silk“) als Reid, Jeany Spark („Kommissar Wallander“) als D.I. Gemmill und Dexter Fletcher („Hotel Babylon“) als Scooter wissen zu gefallen.

Mit diesem soliden Achtteiler wird man unterhaltungstechnisch gut bedient. Charismatische und sympathische Charaktere, die sich in London ein Katz- und Maus Spiel liefern. Eine geradlinige Regie und nette Actionsequenzen runden das Ergebnis ab. Man darf sich überraschen lassen, ob es irgendwann eine weitere Staffel geben wird.

The Interceptor

© BBC, polyband 2016 – „The Interceptor“ – Jeany Spark, O.T. Fagbenle

THE INTERCEPTOR-Erfinder Tony Saint hatte bereits in Serien wie „Strike Back“ seine Finger im Spiel und schrieb das Drehbuch zum TV Film „Margaret Thatcher: The Long Walk to Finchley“ aus dem Jahr 2008. Der launige Titelsong „Left Hand Free“ stammt von der britischen Indie Band alt-J aus Leeds.

polyband veröffentlichte die DVD und die Blu-ray zu THE INTERCEPTOR am 29.04.2016. Neben der englischen und der deutschen Tonspur kann man optional deutsche Untertitel anzeigen lassen. Hinzu kommt Bonusmaterial, das Interviews von Cast und Crew sowie Einblicke in die Dreharbeiten beinhaltet.

Blu-ray Ausstattung

The Interceptor - Blu-ray Cover

Coverfoto: polyband


Ländercode: ABC
Disc-Type: 2 x BD-50
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: DTS-HD 5.1
Anzahl der Disks: 2
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 424 Min. (8 x ca. 53 Min.) + Bonus (ca. 28 Min.)
Extras: Behind the Scenes, Featurettes
Verpackung: Softbox in O-Card, kein Wendecover
Label: polyband

Disc 1
  • Neue Ziele (52:57 Min.)
  • Waffen für Xavier (52:46 Min.)
  • Spur des Geldes (53:35 Min.)
  • Riskantes Spiel (53:15 Min.)
Disc 2
  • Tödliche Pille (53:18 Min.)
  • Alte Freunde (53:18 Min.)
  • Der Maulwurf (52:54 Min.)
  • Showdown (52:53 Min.)
  • Bonus (mit dt. UT)
    Behind the Scenes (10:45 Min.)
    Crash mit dem Pizzaboten (3:39 Min.)
    Verfolgungsjagd in Silvertown (3:37 Min.)
    Verhaftung in Camden (3:28 Min.)
    Randale in den Docks (3:49 Min.)
    Ausweichmanöver auf der Rennstrecke (2:49 Min.)

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