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Dates: London, Lust und Frust

Dates
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© Channel 4 2013, Foto: allanmcleodroney/Garry Maclennan – „David und Mia“ – Will Mellor, Oona Chaplin
Rezension: Staffel 1

2007 kreierte Bryan Elsley die äußerst erfolgreiche Adoleszenz Serie „Skins“, in der er auf unterhaltsame aber auch realistische Weise den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens thematisierte. In DATES widmet sich Elsley nun dem Paarungsverhalten moderner Großstädter.

Die Channel 4-Produktion brachte es bislang nur auf eine Staffel, doch das muss in Großbritannien bekanntermaßen nicht viel heißen. DATES wirkt auf den ersten Blick wie eine Anthologie Serie, die in jeder Episode ein anderes Paar beim Suchen und Finden der Liebe begleitet. Dennoch sind die Geschichten miteinander verknüpft und einige der Protagonisten tauchen mehrmals in verschiedenen Konstellationen auf.

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© Channel 4 2013, Foto: allanmcleodroney/Garry Maclennan – „Stephen und Mia“ – Oona Chaplin, Ben Chaplin

Im Fokus steht die junge, attraktive Mia (Oona Chaplin, „The Hour“), die sich auf der Suche nach dem Mann fürs Leben selbst im Weg steht. Von Männern hält sie nicht viel oder besser gesagt – sie erwartet nicht viel von ihnen. Zynismus und Arroganz dienen ihr als Schutzschild. Hat man(n) das erst einmal begriffen, lohnt sich der Versuch, sie näher kennenzulernen.

Diese Lektion muss auch der sympathische Lastwagenfahrer David (Will Mellor, „Broadchurch“) lernen. Doch der weiß sich durchaus zu behaupten.

Mia: „Och, vielleicht bleib‘ ich noch.“
David: „Haben Sie mich etwa gefragt?“
Mia: „Möchten Sie das?“
David: „Wieso?“
Mia: „Männer verabreden sich gerne mit mir. Die meisten sind dankbar.“
David: „Dankbar! …….. Sind Sie immer so furchtbar?“

Bis die Beiden sich wiedersehen, treffen sie noch auf andere, potentielle Lebensabschnittspartner – mit mehr und mal weniger katastrophalem Ergebnis.

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© Channel 4 2013, Foto: allanmcleodroney/Garry Maclennan – „Jenny und Nick“ – Neil Maskell, Sheridan Smith

Jenny (Sheridan Smith, „Mrs Biggs“) gelangt durch ihre Verabredungen mit dem merkwürdigen Nick (Neil Maskell, „Utopia“) und dem noch merkwürdigeren Christian (Andrew Scott, „Sherlock“) zu einer lebensverändernden Erkenntnis. Und das ist keineswegs negativ.

Ein typisches Alphamännchen ist Stephen (Ben Chaplin, „Mad Dogs“), der bei seiner Arbeit als erfolgreicher Arzt mehr Feingefühl erkennen lässt, als in seinem Liebesleben. Die Dates mit schönen Frauen sieht er als Ausgleich für seinen stressigen Job. Ein ausgewachsener Chauvinist ist er allerdings nicht. Denn dann wäre ihm die Tatsache, dass er vergessen hatte, beispielweise mit Mia schon einmal das „Vergnügen“ gehabt zu haben, nicht peinlich.

Heidi: „Ich betrachte Sie eher als eine kurzfristige Fantasie.“
Stephen: „Mittel- bis langfristig ist auch nicht gerade meine Stärke.“

Und Erica (Gemma Chan, „Secret Diary of a Call Girl“) plagt sich mit der Entscheidung, ob sie ihrer konservativen Familie gestehen soll, lesbisch zu sein. Ihr Treffen mit Kate (Katie McGrath, „Merlin“) gestaltet sich daher etwas holprig. Ausgerechnet ein Pseudo-Date mit Callum (Greg McHugh, „Fresh Meat“) hilft Erica, ihren eigenen Weg zu gehen.

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© Channel 4 2013, Foto: allanmcleodroney/Garry Maclennan – „Erica und Callum“ – Greg McHugh, Gemma Chan

Schauspielerin Oona Chaplin ist die Enkelin der weltberühmten Stummfilm-Ikone Charles Chaplin. Oona wurde nach ihrer Großmutter benannt, der vierten Ehefrau von Charles. Ben Chaplin, der hier die Rolle des Stephen spielt, ist mit „The Little Tramp“ allerdings weder verwandt, noch verschwägert.

Bryan Elsleys Talent für anspruchsvolles Drama sorgt auch in DATES für gute Unterhaltung. Einige der Autoren haben ihn bereits in „Skins“ unterstützt – darunter sein Sohn Jamie Brittain. Die kleinen, feinen Geschichten überraschen mit unvorhersehbaren Wendungen, was sich insbesondere im Verhalten der Protagonisten widerspiegelt.

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© Channel 4 2013, Foto: allanmcleodroney/Garry Maclennan – „David und Ellie“ – Montanna Thompson, Will Mellor

David: „Ich hab‘ geheiratet. Sehr jung, wie es üblich ist. Sie wissen ja.“
Mia: „Ich weiß es nicht. Wir hier unten im Süden warten für gewöhnlich bis zur Pubertät.“

Lügen, Geheimnisse und bizarre Eigenheiten sind nur einige der Zutaten für diesen kurzweiligen und köstlichen Beziehungsreigen. Der Theme Titelsong „Chloe“ stammt von der in Nordirland geborenen Singer-Songwriterin Hannah Peel. Dafür erhielt sie 2013 den Royal Television Society Award.

Die Veröffentlichung der DVD Box durch Studio Hamburg fällt schlicht aus. Fehlendes Bonusmaterial kann man dem Label allerdings nicht vorwerfen, denn das wurde auch auf der UK Variante nicht geliefert. Schade ist allerdings, dass es weder deutsche, noch englische Untertitel gibt. Und trotzdem das Cover beidseitig bedruckt wurde, konnte man sich nicht zu einem Wendecover durchringen.

DVD Ausstattung
Dates - Staffel 1 - DVD Cover

Coverfoto: Studio Hamburg

Format: PAL
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 2
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 216 Min. (ca. 9 x 24 Min.)
Extras: keine
Verpackung: Softbox, kein Wendecover
Label: Studio Hamburg

Episoden – Disc 1
  • 01. David und Mia (24:53 Min.)
  • 02. Jenny und Nick (22:22 Min.)
  • 03. Mia und Stephen (23:57 Min.)
  • 04. Erica und Kate (23:16 Min.)
  • Trailer (04:59 Min.)
Episoden – Disc 2
  • 05. David und Ellie (24:05 Min.)
  • 06. Erica und Callum (23:47 Min.)
  • 07. Stephen und Mia (23:27 Min.)
  • 08. Jenny und Christian (24:01 Min.)
  • 09. Mia und David (23:37 Min.)

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