Rezensionen, Serien
Schreibe einen Kommentar

Hunted: Vertraue niemandem

Hunted
Copyright Artikelbild
© 2012 Kudos Film and Television, BBC – Melissa George
Rezension: Staffel 1

Frank Spotnitz ist vielen Serienfans als Autor und Produzent von Serien wie „Akte X“ und „Millennium“ bekannt. Er kreierte „Die einsamen Schützen“ – eine Ableger-Serie von „Akte X“. Eine weitere Eigenkreation namens „Night Stalker“ aus dem Jahr 2005 kam über zehn Episoden jedoch nicht hinaus. Mit HUNTED startete Spotnitz einen neuen Versuch. Kudos produzierte diesen Agenten Thriller gemeinsam mit Big Light Productions für die BBC. Gedreht wurde in Marokko, Schottland, Wales und England. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

In Tanger hat Sam Hunter (Melissa George, „Alias“) gerade erfolgreich eine Geisel befreit. Sie arbeitet als Agentin für die private Sicherheitsfirma Byzantium. Und sie ist verdammt gut in ihrem Job. Nichtsdestotrotz erwägt sie einen Ausstieg aus der Branche. Und das hat einen guten Grund. Sie ist schwanger.

Der Vater des ungeborenen Kindes ist ihr Kollege Aidan Marsh (Adam Rayner, „Mistresses“). Um ihm die frohe Botschaft zu verkünden, will sie sich mit ihm in einem Café treffen. Doch der notorisch unpünktliche Aidan kommt einmal mehr zu spät. Ein Attentat auf Sam hinterlässt ein Blutbad. Von der schwer verletzten Agentin fehlt jede Spur.

Hunted

© 2012 Kudos Film and Television, BBC – Melissa George

Ein Jahr ist vergangen und Sam hat sich erholt. In abgeschiedener Einsamkeit absolviert sie ein hartes Training, um dann nach London zu reisen. Hier hat Byzantium ihren Hauptsitz. Ihr Chef, Rupert Keel (Stephen Dillane, „Game of Thrones“), tut sich schwer damit, sie wieder einzustellen. Nicht nur er hatte seine beste Mitarbeiterin für tot gehalten. Die Antwort darauf, wo sie sich über ein Jahr lang aufgehalten hatte, bleibt sie ihm jedoch schuldig.

Sam, die herausfinden will, wer sie ermorden lassen wollte, traut niemandem mehr. Erstrecht nicht Aidan, der immer wieder versucht, sie davon zu überzeugen, dass er sie nicht verraten hat. Für lange Diskussionen bleibt keine Zeit. Ein neuer Auftrag schleust Sam undercover ins äußerst gut bewachte Haus des multimillionenschweren Unternehmers Jack Turner (Patrick Malahide, „The Paradise“), der dort gemeinsam mit seinem Sohn Stephen (Stephen Campbell Moore, „Our Zoo“) und seinem Enkelsohn Edward (Oscar Kennedy, „The White Queen“) lebt.

Hunted

© 2012 Kudos Film and Television, BBC – Patrick Malahide, Oscar Kennedy, Stephen Campbell Moore, Jamie Kenna, Melissa George

Lewis: „Ich hab‘ die Schnauze voll. Und wir beide haben genug Geld verdient.“
Jack: „Seit wann hat irgendjemand jemals genug Geld verdient?“

Ein Klient von Byzantium will die Machenschaften von Jack Turner überwachen lassen, denn der ist Mitbieter beim Kauf des Khyber Staudammes in Pakistan. Machtstreben, Geldgier und persönliche Vergeltung sind nur einige der Abgründe, die sich hier auftun. Als Sam sich bruchstückhaft an Ereignisse aus ihrer Kindheit erinnert, wird ihr klar, dass sie dort die Antworten finden kann, nach denen sie sucht…

Tyrone: „Dave sagt, du warst in der Armee.“
Ian: „Ja, das war ich auch.“
Tyrone: „Also, hast du auch mit Gewehren und Pistolen geschossen.“
Ian: „Pistolen, Gewehre, Messer. Was immer Menschen wehtut. Ich hab’s gelernt.“
Tyrone: „Hat sicher Spaß gemacht.“
Ian: [sarkastisch] „Ja. Da lachst du dich tot. Du schießt auf Menschen. Die schießen wieder zurück. Da kommt Freude auf.“

Im weiteren Cast tummeln sich u.a. Indira Varma („Luther“) als MI6 Agentin, Morven Christie („Grantchester“) und Adewale Akinnuoye-Agbaje („Lost“) als Sams Kollegen sowie Juliet Aubrey („Primeval“), Meera Syal („Jekyll“) und Rob Jarvis („Hustle“).

Hunted

© 2012 Kudos Film and Television, BBC – Melissa George

Die Geschichte ist spannend erzählt, die Figuren sind weitestgehend komplex bis ambivalent, die Inszenierung ist temporeich, die Produktion hochwertig und die Zweikampfszenen sind exzellent choreografiert. Melissa George spielt ihre Rolle glaubwürdig und mit Herzblut. Schon allein ihre körperliche Fitness ist bewundernswert.

Erwähnenswert ist auch Patrick Malahide, der seinem Jack Turner eine kompromisslose Widerlichkeit verleiht, deren Ursache jedoch auch in einer persönlichen Tragödie zu finden ist. Und dann wäre da noch Scott Handy („The Village“), dessen äußere Erscheinung so hypnotisch wie unheimlich ist und der daher perfekt in die Rolle eines mysteriösen Auftragskillers eintauchen konnte.

Priester: „Ich werde nicht behaupten, dass ein allwissender Gott existiert. Aber eins weiß ich. Wenn man eine Todsünde begeht, dann tötet es die Seele. So sicher, wie eine tödliche Krankheit das Ende für den Körper ist.“

Über logische Fragwürdigkeiten, die einige Zuschauer gefunden haben wollen – liest man sich beispielsweise durch Kommentare auf IMDb – kann man getrost hinwegsehen.

Hunted

© 2012 Kudos Film and Television, BBC – Adam Rayner, Melissa George

Leider endet diese erste und einzige Staffel jedoch mit etlichen Fragen. Offensichtlich sind die insgesamt acht Episoden bereits vor Ausstrahlung fertiggestellt worden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass dem Publikum schlussendlich eine befriedigende Auflösung der Geschichte vorenthalten wurde, als man sich aufgrund sinkender Einschaltquoten dazu entschied, die Serie einzustellen.

Vielleicht sollte Frank Spotnitz über ein Crowdfunding nachdenken, um seiner, allen Kritiken zu trotz, spannenden Story eine Auflösung in Spielfilmversion zu geben.

Das Label Entertainment One hat schon Serien wie „Haven“, „Hell on Wheels“, „Real Humans“ und „The Walking Dead“ veröffentlicht. HUNTED gibt es seit dem 26.09.2014 auf DVD und Blu-ray mit deutscher und englischer Tonspur sowie optionalen, deutschen Untertiteln. Als Bonus gibt es entfernte Szenen.

DVD Ausstattung
Hunted - Staffel 1 - DVD Cover

Coverfoto: Entertainment One

Format: PAL
Disc-Type: DVD-9
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 4
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 440 Min. (8 x ca. 55 Min.) + Bonus (ca. 12 Min.)
Extras: Deleted Scenes
Verpackung: Amaray (Erstauflage im Hardcover-Schuber)
Label: Entertainment One, Vertrieb: WVG Medien

Episoden – Disc 1
  • 1.01 Verrat (56:13 Min.)
  • 1.02 Kampf ohne Sieger (55:21 Min.)
Episoden – Disc 2
  • 1.03 Der Maulwurf (56:12 Min.)
  • 1.04 Kismet (55:39 Min.)
Episoden – Disc 3
  • 1.05 Die Gesandten (56:12 Min.)
  • 1.06 Polyhedrus (55:44 Min.)
Episoden + Bonus – Disc 4
  • 1.07 Tödliches Gas (55:44 Min.)
  • 1.08 Gerechtigkeit (55:52 Min.)
  • Bonus: Deleted Scenes (11:41 Min., mit optionalen deutschen UT)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.