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The Fear: Geschichte einer Eskalation

The Fear
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© World Productions 2012, Foto: Cathal Macllwaine – vlnr: Harry Lloyd, Peter Mullan, Paul Nicholls
Rezension: Miniserie

Aus dem Jahr 2012 stammt die Channel 4 Miniserie THE FEAR. Erst kürzlich war das kleine Gangster-Drama auch in Deutschland zu sehen. Kreiert, geschrieben und produziert wurde die dunkle Geschichte um einen an Demenz erkrankten Kriminellen von Richard Cottan, der bereits Episoden für die britische Version von „Kommissar Wallander“ schrieb und das Drehbuch zu „Colditz – Flucht in die Freiheit“ verfasste.

Richie Beckett (Peter Mullan, „Red Riding“, „The Fixer“, „Top of the Lake“) hat sich sein Leben eingerichtet. Eine Ehefrau, ein Haus, zwei Söhne. Seinen Wohlstand verdankt er allerdings etlichen, illegalen Geschäften – sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. Er besitzt ein Hotel, mehrere Immobilien und hat Freunde in günstigen Positionen.

Dieses Leben gerät komplett aus den Fugen, als ihn seine beiden Söhne Matty (Harry Lloyd, „Robin Hood“, „Game of Thrones“) und Cal (Paul Nicholls, „Law & Order: UK“) in eine Zwangslage bringen, aus die er normalerweise recht schnell wieder herausgefunden hätte, gäbe es da nicht ein weiteres Problem. Richie ist krank. Doch das ist ihm noch nicht bewusst.

The Fear

© World Productions 2012, Foto: Cathal Macllwaine – Peter Mullan

Richie: „Das menschliche Gehirn ist wie ein Mikrokosmos einer perfekten Welt. Alles hat einen Sinn und funktioniert in vollkommener Harmonie. Geht etwas kaputt, kommt ein anderer Teil zum Einsatz und übernimmt die Arbeit. Bei Demenz oder Alzheimer ist das anders. Sie zerstört diese Welt… für immer.“

Als Matty und Cal sich mit kriminellen Kosovo-Albanern einlassen, um durch die „Geschäftsbeziehungen“ das Familieneinkommen aufzubessern, handeln sie eigenmächtig und ahnen nicht, in welche Schwierigkeiten sie die Familie und vor allem ihren Vater Richie bringen. Der hält überhaupt nichts davon, mit Zwangsprostituierten Drogen nach Brighton zu importieren.

Zu Recht sieht er sein wohlgeordnetes Leben in Gefahr, wenn er sich mit diesen eiskalten und unberechenbaren Gangstern einlässt. Doch es ist bereits zu spät. Die Albaner bestehen darauf, dass das Versprechen von Matty und Cal eingehalten wird.

The Fear

© World Productions 2012, Foto: Cathal Macllwaine – Peter Mullan

Um ihre Forderung zu untermauern, hinterlassen sie einem der Söhne eine unmissverständliche Botschaft. Cal, der sich schon seit einiger Zeit der Zwangsprostituierten bedient, die die Albaner ins Land schaffen, findet eine von ihnen tot in seinem Bett. Filmreif ließen die neuen Geschäftspartner nur den Kopf des Mädchens da, während sie den Körper mit Cals DNS Spuren als Versicherung mitnahmen.

Richie ist bereit, sich mit den Albanern zu treffen, doch die Einigung fällt anders aus als erwartet. In blinder Wut schlägt Richie auf Vajkal (Demosthenes Chrysan, „Damages“) ein und verletzt das Familienoberhaupt der Albaner schwer.

Eine Welle der Gewalt wird losgetreten. Doch schlimmer noch ist die Tatsache, dass Richie sich nicht daran erinnern kann, sie ausgelöst zu haben. Matty wendet sich an seine Mutter. Jo Beckett (Anastasia Hille, „The Hole“, „The Awakening“, „Bert & Dickie“) gehört wohltuender Weise nicht zu den naiven Frauen, die keine Ahnung haben, mit was ihre Gatten eigentlich Geld verdienen.

The Fear

© World Productions 2012, Foto: Cathal Macllwaine – Anastasia Hille, Peter Mullan

Die gemeinsame Ehe haben Jo und Richie schon länger mit getrennten Schlafzimmern und außerehelichen Affären arrangiert. Dennoch zögert Jo keine Sekunde, als es darum geht, ihrem Mann zu helfen. Die Diagnose ist ein Schock. Alzheimer. Richie kann das nicht akzeptieren, obwohl sich sein Zustand rapide verschlechtert. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart. Und die Gegenwart fordert einen Blutzoll…

Regisseur Michael Samuels („Any Human Heart“) inszenierte die Episoden mit intensiven Bildern und Geräuschen. Oft nutzt Samuels Nahaufnahmen von Peter Mullan – dessen schauspielerische Leistung beeindruckt – und vermittelt so dem Zuschauer ein ähnliches Gefühl der Desorientierung.

Die minimalistische, aber stets bedrohlich wirkende Musik wurde von Dan Jones komponiert, der u.a. Serien wie „Dead Set“, „Criminal Justice“, „Any Human Heart“ und „Appropriate Adult“ musikalisch untermalte.

The Fear

© World Productions 2012, Foto: Cathal Macllwaine – Harry Lloyd, Anastasia Hille

In Nebenrollen sind Richard E. Grant („Hudson Hawk“, „Bram Stokers Dracula“, „Doctor Who“), Danny Sapani („Misfits“) und Dragos Bucur („Die vierte Macht“) zu sehen.

polyband veröffentlichte die Serie am 25.02.2014 ohne Untertitel. Extras scheint es für diese Serie ohnehin nicht zu geben, denn in GB ist die DVD aktuell nur als Import aus Dänemark erhältlich.

DVD Ausstattung
The Fear - DVD Cover

Coverfoto: polyband

Format: PAL
Disc-Type: DVD-9
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 2
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 200 Min. (4 x ca. 50 Min.)
Extras: Trailer
Verpackung: Softbox
Label: polyband

Episoden – Disc 1
  • 1.01 Angst (49:27 Min.)
  • 1.02 Wut (49:31 Min.)
Episoden – Disc 2
  • 1.03 Verzweiflung (44:26 Min.)
  • 1.04 Tod (49:15 Min.)
  • Trailer: Doctor Who, A Young Doctor‘s Notebook, Ashes to Ashes, Top of the Lake

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