Miniserien, Rezensionen
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The Escape Artist: Der Anwalt des Teufels

The Escape Artist
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© BBC 2013, STUDIOCANAL GmbH – vlnr.: Toby Kebbell, Roy Marsden, David Tennant
Rezension: Miniserie

Erst vor wenigen Tagen (15.03.2014) wurde THE ESCAPE ARTIST unter dem deutschen Titel „Der Anwalt des Teufels“ als Event-Programmierung im deutschen Fernsehen gezeigt. Der dreiteilige Thriller stammt aus der Feder von David Wolstencroft, der mit „Spooks“ bereits eine der interessantesten Spionageserien der letzten Jahre kreierte.

Dass er auch was von Kriminalgeschichten versteht, beweist THE ESCAPE ARTIST mit einer spannungsgeladenen, stets bedrohlich wirkenden Grundstimmung, die fast schon an den guten, alten Hitchcock erinnert. Und das liegt nicht nur an den zahlreichen, verschiedenen Vogelarten, die sich einer der Protagonisten in seiner Wohnung hält.

Strafverteidiger Will Burton (David Tennant, „Doctor Who“, „Broadchurch“) ist so gut in seinem Job, dass er gar die Schuldigen vor dem Gefängnis bewahren kann. Über diese Erfolgsbilanz freut sich nicht jeder – die Opfer seiner Mandanten im Allgemeinen und Burtons Konkurrentin Maggie Gardner (Sophie Okonedo, „Criminal Justice“, „The Slap“) im Besonderen.

The Escape Artist

© BBC 2013, STUDIOCANAL GmbH – David Tennant

Diese Fähigkeit wird ihm jedoch zum Verhängnis, als er den mutmaßlichen Frauenmörder Liam Foyle (Toby Kebbell, „RocknRolla“, „Die Lincoln Verschwörung“) verteidigen muss.

Detective: „Will einer Ihrer Ex-Mandanten sich vielleicht rächen, weil sein Prozess verloren wurde und er einsitzen musste?“
Will: „Nein, sicher nicht.“
Detective: „Und wieso nicht?“
Richard: „Detective, Mister Burton hat noch nie einen Fall verloren.“

Von Beginn an hat Burton ein ungutes Gefühl und es gelingt ihm nur mäßig, seine Abneigung gegenüber Foyle zu verbergen. Dass er ihm offensichtlich zutraut, den grausamen Mord an einer jungen Frau begangen zu haben, hindert Burton nicht daran, nach einer Lücke in der Beweiskette zu suchen.

Tatsächlich kann er der Anklage schon nach wenigen Prozesstagen einen Verfahrensfehler nachweisen. Foyle kommt frei und Burton ist erleichtert, seinem ehemaligen Mandanten nun nicht mehr begegnen zu  müssen. Ein fataler Irrtum.

The Escape Artist

© BBC 2013, STUDIOCANAL GmbH – David Tennant, Ashley Jensen

Foyle entpuppt sich als ausgewachsener Psychopath, der sich für die Tatsache, dass Burton ihn nicht mit dem nötigen Respekt behandelt hatte, rächen will. Eine Beschwerde wegen unprofessionellem Verhalten ist da noch das kleinste Problem.

Eine Katastrophe bahnt sich an und Foyle steht ein weiteres Mal vor Gericht. Diesmal wegen des Mordes an Burtons Frau Kate (Ashley Jensen, „Extras“, „Alles Betty!“). Ausgerechnet Maggie Gardner ist nun seine Verteidigerin…

Mary: „Wenn wir die DNA nicht haben, was haben wir dann?“
Will: „Ein Problem.“

Im Fazit kann man geteilter Meinung darüber sein, ob sich das britische Rechtssystem so leicht aushebeln lässt. Anderseits hat sich David Wolstencroft ja vielleicht von realen Fällen inspirieren lassen. In keinem Rechtssystem der Welt dürfte es unüblich sein, mit Mord davon zu kommen, geht es doch im Grunde nur um den Einfallsreichtum eines gewieften Anwalts.

The Escape Artist

© BBC 2013, STUDIOCANAL GmbH – Toby Kebbell

Was man hingegen durchaus als Schwachpunkt betrachten könnte, ist der Charakter des Liam Foyle, der in seiner Boshaftigkeit von Toby Kebbell zwar hervorragend gespielt wird, dessen Motivation jedoch komplett im Dunkeln bleibt. Nun braucht man als Psychopath sicher kein Motiv, um jemanden zu töten, doch eine etwas ausführlichere Charakterzeichnung wäre wünschenswert gewesen.

Regisseur Brian Welsh („Mayday“) inszenierte den Justiz-Thriller dem Genre gebührend, durchsetzt mit Schockmomenten und der stimmungsvollen, musikalischen Untermalung von Nicholas Hooper („State of Play“, „Blue Murder“, „Einstein and Eddington“).

In weiteren Rollen sind u.a. Anton Lesser („The Hour“, „Game of Thrones“), Kate Dickie („Die Säulen der Erde“, „Game of Thrones“), Tony Gardner („The Thick of It“, „Last Tango in Halifax“, „Bluestone 42“), Stephen Wight („Bluestone 42“, „The Paradise“) und Monica Dolan („Die Besatzer“, „Appropriate Adult“) zu sehen.

The Escape Artist

© BBC 2013, STUDIOCANAL GmbH – David Tennant

STUDIOCANAL veröffentlicht die DVD am 18.03.2014 mit überschaubarer Ausstattung. So kann man zwar auf die deutsche und englische Tonspur in bester Tonqualität mit DD 5.1 zurückgreifen, muss aber auf Untertitel und Extras verzichten.

Wir verlosen mit der freundlichen Unterstützung von STUDIOCANAL drei DVD Boxen zur Serie. Beantwortet uns einfach folgende Frage und schickt uns eine E-Mail bis zum 25.03.2014 an info(ät)brittv(punkt).de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

In welcher Serie spielt David Tennant an der Seite von David Morrissey und Sarah Parish einen – ab und zu – singenden Detective?

DVD Ausstattung
 Escape Artist - DVD Cover

Coverfoto: StudioCanal

Format: PAL
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 5.1
Anzahl der Disks: 1
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 172 Min. (3 x ca. 57 Min.)
Extras: keine
Verpackung: Softbox in O-Card, FSK-Button abziehbar
Label: STUDIOCANAL

Episoden
  • Episode 1 (57:08 Min.)
  • Episode 2 (58:03 Min.)
  • Episode 3 (57:05 Min.)

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