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Mad Dogs: Wir landen alle in der Hölle

Mad Dogs
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© 2012 Left Bank Pictures/Sky 1, Foto: Des Willie – vlnr. Marc Warren, Philip Glenister, David Warner, Max Beesley, John Simm
Rezension: Staffel 2

Schlimmer geht immer. Gerade noch musste Quinn (Philip Glenister, „Ashes to Ashes“) eine korrupte Polizistin (María Botto) in Notwehr erschießen, da bleibt auch seinen drei Kumpels Rick, Baxter und Woody keine andere Möglichkeit, als einen gewissen Dominic (Tim Woodward, „Murder City“) außer Gefecht zu setzen.

Ihre Midlife-Crisis zu pflegen, hatten sich die Mitvierziger irgendwie anders vorgestellt. Vier Tage zuvor war alles noch in Ordnung. Doch der Finka-Aufenthalt war leider nur solange spaßig, bis ihr Gastgeber und Freund Alvo (Ben Chaplin, „Die Tore der Welt“) getötet wurde und man mit absurden Aktionen versuchte, dessen Leiche zu verstecken.

Nun ist man auf der Flucht. In Eile werden die Sachen zusammengesucht, um mit der nächsten Fähre das Festland zu erreichen. Hätte Woody (Max Beesley, „Hotel Babylon“) auf Rick (Marc Warren, „Hustle“) gehört, wären sie tatsächlich dort gelandet. Hat er aber nicht. Willkommen auf Ibiza! Unterdessen verkauft Baxter (John Simm, „Life on Mars“) eine hirnrissige Idee als neuer Laster Anfang.

Quinn: „Wir müssen uns überlegen, wie wir mit der Geschichte umgehen.“
Rick: „Wir helfen uns gegenseitig, oder? Wie Vietnam-Veteranen. Nur die, die dabei waren, verstehen es.“ […]
Baxter: „Wisst ihr, was ich denke? Ich denke, dass das, dieser Augenblick, der Beginn eines neuen Lebens ist. Für uns alle.“
Woody: „Wieso sagst du das?“
Baxter: „Ich hab‘ das Geld mitgenommen.“

Mad Dogs

© 2012 Left Bank Pictures/Sky 1, Foto: Justin Downing – vlnr. Leticia Dolera, John Simm, Max Beesley, Marc Warren

Der kriminellen Weiterentwicklung steht somit nichts mehr im Wege. Das Problem ist nur – ihnen fehlt die nötige, kriminelle Energie und vor allem ein Plan. Man hangelt sich von Diskussion zu Diskussion. Schließlich müssen drei Millionen Euro Drogengeld erst mal gewaschen werden. Und dann wäre da natürlich noch die Frage nach dem Besitzer des Geldes.

Woody: „Und was ist mit Dominics Boss?“
Baxter: „Welcher Boss?“
Woody: „Der hat doch bestimmt einen Boss.“
Baxter: „Wieso?“
Woody: „Weil die alle einen haben.“

Damit hat Woody natürlich vollkommen Recht. Bei dem naiven Versuch, das Geld in einem Spielcasino zu legalisieren, wird die schöne Carmen (Leticia Dolera) auf die vier Freunde aufmerksam und unterbreitet ihnen einen Vorschlag. Gegen eine Provision lässt sie das gesamte Geld waschen.

Doch selbst Carmens gesetzwidrig lebende Freunde merken schnell, wie heiß dieses Drogengeld wirklich ist. Eine Übergabe und eine Autoexplosion später verschanzen sich die vier Möchtegern-Aussteiger in einer spanischen Dorfkirche und entweihen mal eben die heilige Maria.

Rick: „Wir brauchen ein Auto.“
Woody: „Wir könnten ja eins klauen.“
Rick: „Können wir mal aufhören, gegen das Gesetz zu verstoßen? Bitte! Nur für eine Stunde.“

Mad Dogs

© 2012 Left Bank Pictures/Sky 1, Foto: Des Willie – vlnr. Marc Warren, Philip Glenister, John Simm

Wieder muss ein armer Ziegenbock dran glauben. Diesmal, um die Vier im Sinne der Santería zu beschützen. Das nützt natürlich nichts, wenn man sich wie Quinn nicht an die vorgezeichnete Grenze hält. Sogleich macht er unfreiwillig die Bekanntschaft mit dem Boss. Mackenzie (David Warner, „Kommissar Wallander“) besteht darauf, das Geld bis auf den letzten Eurocent wieder zurück zu bekommen.

Nicht, dass er es dringend bräuchte. Aber wo käme man hin, wenn man so etwas einfach durchgehen lassen würde. Nun stellt sich die Frage, wie man den Teil des Geldes, den man bereits ausgegeben hatte, in wenigen Stunden wieder auftreiben kann, damit man unter der Sonne Spaniens nicht doch noch erschossen wird.

Rick: „Wie kann es nur sein, dass sich unser Leben in ein paar Tagen so verändert?“
Baxter: „Wir haben einfach Pech gehabt, Jungs. Das ist alles.“
Woody: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“
Baxter: „So ein Quatsch.“
Rick: „Ich glaub‘ dran.“
Baxter: „Nein. Das ganze Leben ist eine einzige Zufallsgeschichte. […] Alles, was uns an einem Tag zustößt, hängt davon ab, ob wir Glück haben oder nicht.“
Rick: „Also ist das alles nur ein dummer Zufall?“
Baxter: „Ja. Es sei denn, du glaubst, dass wir bestraft werden von einer höheren Macht, die stärker ist als wir.“
Woody: „Ist Glück nicht auch eine höhere Macht, wenn man es genau nimmt?“
Baxter: „Ja. Du hast Recht, man. Was für ein Pech für uns.“

Mad Dogs

© 2012 Left Bank Pictures/Sky 1, Foto: Des Willie – Philip Glenister, David Warner

Nach wie vor begeistert Autor und Serienerfinder Cris Cole mit guten Drehbüchern, exzellenten Dialogen und schwarzem Humor. Die zweite Staffel von „Mad Dogs“ ist ein Road Trip und schickt die vier Freunde auf eine aberwitzige Reise nach und durch Ibiza. Permanent vom Pech verfolgt, finden sie doch immer wieder einen Weg, am Leben zu bleiben. David Warner würzt das ohnehin grandios spielende Ensemble mit seiner boshaft-süffisanten Darstellung des Drogendealers Mackenzie.

In Großbritannien wurde im Juni dieses Jahres bereits die dritte Staffel ausgestrahlt, die hierzulande ab dem 13. November auf RTL Crime gezeigt wird. Den Abschluss der Serie bildet eine zweiteilige vierte Staffel, deren Ausstrahlung für 2014 geplant ist.

Die DVD Ausstattung von justbridge Entertainment reist mit leichtem Gepäck, beinhaltet aber sowohl englische Untertitel als auch ein kleines Extra (Cast Interviews).

DVD Ausstattung: Mad Dogs Serien-Guide

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