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Death in Paradise: Wenn Nonnen chillen…

Death in Paradise
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© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Foto: Denis Guyenon – Sara Martins
Rezension: Staffel 2

… dann befinden wir uns wieder auf der fiktiven Karibikinsel Saint-Marie. Detective Inspector Richard Poole (Ben Miller, „Primeval“) kann der insulanischen Lässigkeit, inklusive Sonne pur und türkisfarbenem Meer nach wie vor nichts abgewinnen. Die Krawatte sitzt nicht besonders locker und das Jackett wird nur selten abgelegt. Auch wenn seine Kollegen es aufgegeben haben, dem passionierten Teetrinker seine englische Steifheit auszutreiben, so ist Poole doch etwas pflegeleichter geworden. Natürlich kann er sich etwaige, spitze Bemerkungen immer noch nicht verkneifen.

Camille: „Sie behandelt mich, als wär‘ ich noch sechzehn.“
Richard: „Mütter können sehr gefährlich sein. Besonders Ihre.“

Death in Paradise

© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Foto: Denis Guyenon – Danny John-Jules, Rowena King

Sergeant Camille Bordey (Sara Martins, „Détectives“) weiß mittlerweile, wie sie ihren Vorgesetzten zu nehmen hat. Hin und wieder macht sie ihn auf seine Ticks aufmerksam, indem sie sie einfach kopiert. Kollege Fidel Best (Gary Carr, „Silent Witness“), der am Ende der ersten Staffel Vater wurde, ist inzwischen aus seiner Naivität herausgewachsen und befindet sich auf dem Weg, die Sergeant-Prüfung abzulegen. Dwayne Myers (Danny John-Jules, „Red Dwarf“) hingegen ist immer noch ein Schwerenöter mit gelegentlichen Kater-Ausfällen.

Morde sind auch in dieser zweiten Staffel an der Tagesordnung, die Poole in schönster Poirot Manier aufzuklären versteht. Den Anfang macht die Ermordung eines Plantagen-Besitzers (James Cosmo, „Sons of Anarchy“, „Game of Thrones“). Hier gibt Stephanie Beacham („Die Colbys“) die trinksüchtige Exfrau des Opfers. Der darauffolgende Fall, bei dem der Tod einer Nonne aufgeklärt werden muss, deckt eine weitere Antipathie des Detectives auf. Mit Nonnen kann er nämlich gar nicht.

Camille: „Die Nonne hat in ihrer Zelle geraucht.“
Richard: [lacht] „Unfassbar. ‚Ne chillende Nonne.“
Camille: „Wie bitte?“
Richard: „Ach nichts. Ist nur typisch Karibik. Hier gibt’s sogar Nonnen, die abhängen.“

Death in Paradise

© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Foto: Denis Guyenon – Sara Martins, Ben Miller

Als in einer Schönheitsklinik eine Patientin tot im Pool gefunden wird, treffen wir auch wieder auf Commissioner Selwyn Patterson (Don Warrington, „Späte Jungs“), der sich hier hin und wieder eine Massage gönnt – aus rein medizinischen Gründen, versteht sich. Die Suche nach einem mysteriösen Piratenschatz gibt Richard Poole wieder jede Menge Anlass, am gesunden Menschenverstand zu zweifeln. Doch zum Wohle der Touristikbranche muss er seine Meinung für sich behalten.

Fidel: „Glaubt ihr, es wird heute wieder so ruhig? Das Telefon hat gestern sehr selten geklingelt.“
Camille: „Es ist zu heiß. Niemand hat genug Energie, um das Gesetz zu brechen.“

Death in Paradise

© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Foto: Denis Guyenon – Gary Carr, Danny John-Jules

Eine Freundin von Camille wird vor ihren Augen vergiftet und die Polizistin ist verständlicherweise völlig aufgelöst. Richard, der sie trösten will, macht es mit seiner linkischen Art jedoch nur noch schlimmer. Besagte Freundin wird hier im Übrigen von der britischen Pop Sängerin Jamelia gespielt. Im nächsten Fall wird es für Richard persönlich, als die Ehefrau seines ehemaligen Kollegen Doug Anderson (Neil Pearson, „Monroe“) ermordet aufgefunden wird. Poole würde die Tat nur zu gern Doug anlasten, doch es fehlen die Beweise. Während ihrer gemeinsamen Zeit musste sich Richard regelmäßig von ihm demütigen lassen. Und offensichtlich hat der Ex-Kollege nach wie vor Spaß daran.

Ein Sturm des Jahrhunderts wird angekündigt, doch Richard bleibt gelassen. Schließlich hat er 1987 überlebt. Dass ein tropischer Sturm nicht wirklich mit einem Sturm in Europa vergleichbar ist, scheint für ihn irrelevant. Da ist der Mord an einem angehenden Meteorologen schon weitaus spannender. Der letzte Fall hätte auch aus der Feder von Agatha Christie selbst stammen können. Denn es wird ein Mord verübt, bei dem der Täter offensichtlich schon feststeht. Sogar die Polizei ist während der Tat anwesend. Ganz so einfach ist es dann natürlich doch nicht.

Camille: „Das ist wie beim Grafen von Monte Christo.“
Richard: „Wie? Was?“
Camille: „Das Geheimversteck in der Zelle des Gefangenen. […] Nicht das Buch gelesen?“
Richard: „Nein, nein, nein. Wir haben uns in der Schule eher auf die Klassiker konzentriert. Dickens, Carroll, Eliot.“
Camille: „Dumas ist ein Klassiker.“
Richard: „Ja, in Frankreich. Das ist etwas anderes.“

Death in Paradise

© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Hannah Spearritt, Ben Miller, Sara Martins

Wie fast immer sind es winzige Details, die Detective Richard Poole so irritieren, dass sie ihn nicht mehr loslassen. Das Glas einer kaputten Taschenlampe, die am Tatort gar nicht benötigt wurde. Eine Tasse mit exklusivem und sehr teurem Tee, der nicht getrunken wurde. Ein Kaugummi am Boden, den er sich am Ort des Geschehens in den Schuh getreten hat. Oder eine laufende Klimaanalage bei weit geöffnetem Fenster. Dinge, die die Meisten nicht für besonders wichtig erachten, die aber schlussendlich zur Klärung des Falles beitragen.

Auf wunderbar subtile Weise zeichnet sich zwischen Camille und Richard auch eine Zuneigung romantischer Art ab. Allerdings ist es hier eher Camille, die das mit kleinen Eifersüchteleien deutlicher zeigt. Inwiefern man in Staffel drei erfahren wird, ob sich hier tatsächlich etwas entwickelt hat oder entwickeln könnte, wird wohl nicht wirklich beantwortet werden. Im April dieses Jahres wurde bekannt, dass Schauspieler Kris Marshall („My Family“) die Rolle als Detective Inspector Humphrey Goodman übernehmen und Richard Poole somit ersetzen wird. Bleibt also zu hoffen, dass die Autoren den Zuschauern einen befriedigenden Ausstieg von Detective Poole bzw. eine nachvollziehbare Erklärung seines Verbleibs liefern werden.

Camille: „Sie versuchen, englisches Fernsehen reinzubekommen?“
Richard: „Gibt es etwas anderes?“

Death in Paradise

© Red Planet Pictures, BBC, Edel:Motion – Foto: Greg Fawcett – Mathew Horne, Ben Miller

Auch die zweite Staffel wartet mit etlichen, britischen Gaststars auf, die ihren Aufenthalt in der Karibik sicher genossen haben. Unter ihnen befinden sich Tom Ward („Silent Witness“), Gemma Jones („Spooks“), Cherie Lunghi („Secret Diary of a Call Girl“), Kelly Adams („Hustle“), Emma Pierson („Hotel Babylon“), James Murray („Primeval“), Hannah Spearritt („Primeval“), Dexter Fletcher („Hotel Babylon“), Ben Batt („Scott & Bailey“) und Sean Pertwee („Equilibrium“).

Die DVD Ausstattung von Edel:Motion ist wie sooft aufs Notwendigste beschränkt. Es gibt weder Untertitel, noch Extras. Allerdings gibt es scheinbar auch auf der UK Box kein Bonusmaterial.

DVD Ausstattung
Death in Paradise - Staffel 2 - DVD Cover

Coverfoto: Edel:Motion

Format: PAL
Disc-Type: DVD-5
Ländercode: 0
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 4
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 416 Min. (8 x ca. 52 Min.)
Extras: keine
Verpackung: Softbox, kein Wendecover
Label: Edel:Motion

Episoden – Disc 1
  • 2.01 Der blutige Finger (52:05 Min.)
  • 2.02 Der Graf von Monte Christo (52:06 Min.)
Episoden – Disc 2
  • 2.03 Der 3-Uhr Tee (52:01 Min.)
  • 2.04 Der Fluch des Piraten (52:05 Min.)
Episoden – Disc 3
  • 2.05 Das letzte Lied (52:06 Min.)
  • 2.06 Der Seidenschal (52:05 Min.)
Episoden – Disc 4
  • 2.07 Das Auge des Hurrikans (52:05 Min.)
  • 2.08 Ein (fast) perfekter Plan (52:06 Min.)

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