Misfits

Misfits: Psych!

[white_box]Copyright Artikelbild
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Todd Antony – vlnr: Nathan Stewart-Jarrett, Antonia Thomas, Iwan Rheon, Lauren Socha, Joseph Gilgun[/white_box]
Rezension: Staffel 3

Neue Superkräfte, neue Möglichkeiten, neue Todesfälle. Lockenkopf Nathan (Robert Sheehan) hatte sich mehr oder weniger freiwillig von seinen Freunden verabschiedet und blieb mit Frau und Kind in Las Vegas. Die restlichen vier „Superhelden“ erhalten jedoch umgehend doppelten Zuwachs. Rudy (Joseph Gilgun, „This Is England“, „Ripper Street“), der nun seinen Sozialdienst antritt, kann sich wortwörtlich zweiteilen.

Das Problem ist nur, dass sein zweites Ich die Dinge grundsätzlich anders sieht als er und so kommt es des Öfteren zu enervierenden Diskussionen mit sich selbst. Zudem fällt es Rudy nicht leicht, sein Alter-Ego, das auch noch sehr viel netter ist als er, vor anderen geheim zu halten.

Misfits
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Hal Binnie – Craig Parkinson (m)

Er macht die Bekanntschaft mit Curtis (Nathan Stewart-Jarrett), Simon (Iwan Rheon), Kelly (Lauren Socha) und Alisha (Antonia Thomas) und stellt fest, dass er Letztere bereits kennt. Alisha, die nun die Gabe besitzt, sich in andere hineinversetzen zu können, hatte ihm einst das Herz gebrochen.

Die neue Superkraft hätte der jungen Frau den bösen Spitznamen „Das Schwanzmonster“, den sie während ihrer ungestümen Teenagerzeit erhalten hatte, sicher ersparen können. Doch nach dem Sturm ist eben nicht vor dem Sturm. Wenig später geraten Rudy und sein zweites Ich in ein tödliches Eifersuchtsdrama, in das die anderen unbeabsichtigt involviert werden. Zwei Leichen später steht man schon wieder im Wald und fängt an zu buddeln.

Rudy: „Also, um das klar zu sagen Leute. Ich, ich bin kurz vorm Durchknallen. All das Töten und Sterben und Vergraben. Das, das ist nicht mein Ding.“
Kelly: „Wir haben auch schon ein paar auf dem Gewissen, falls dir das ein besseres Gefühl gibt. So ’ne Scheiße passiert. Du vergräbst sie und weiter geht’s.“

Misfits
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Hal Binnie – Fred Pearson, David Barrass (v)

Und da keine gute Tat ungestraft bleibt, finden sich unsere Außenseiter umgehend im Gemeindezentrum wieder, um abermals einen Sozialdienst zu absolvieren. Rudy hatte leider vergessen, zu erwähnen, dass das Auto, mit dem sie fuhren, nicht ihm gehörte. Bewährungshelfer Shaun (Craig Parkinson) ist nicht sonderlich erstaunt, als er seine Pappenheimer wiedersieht.

Shaun: „Ihr ward nicht allzu lange draußen. Glückwunsch, Leute!“
Alisha: „Sie haben sich nicht verändert.“
Shaun: „Da irrst du dich aber, Süße. Denn mit Hingabe widme ich mich jetzt euch und eurer umfassenden und gründlichen Rehabilitation. Ich fang‘ gleich damit an, nachdem ich Der Preis ist heiß gesehen hab‘.“

Doch der Neue, dessen Mundwerk und Phantasie genauso schmutzig sind wie die von Nathan, ist nicht der Einzige, der Schwierigkeiten heraufbeschwört. Curtis nutzt seine neue Fähigkeit, sich in eine Frau (Kehinde Fadipe) zu verwandeln, um wieder am Laufsport teilnehmen zu können. Simons und Alishas Beziehung ist in Gefahr, als sie einen jungen Mann kennenlernen, dessen Comic-Zeichnungen real werden.

Misfits
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Hal Binnie – Lauren Socha

Und Kelly verliebt sich ausgerechnet in den Superkräfte-Dealer Seth (Matthew McNulty, „Lark Rise to Candleford“), der immer noch um seine tote Freundin trauert. Neben all dem müssen sich die Misfits auch noch mit Nazis, Zombies und Geistern herumschlagen, was natürlich für eine hohe Opferzahl sorgt. Ob Kanonen, Baseballschläger oder Vorschlaghammer – zur Verteidigung ist jedes Mittel recht.

Rudy: „Psych! Das glaub‘ ich nicht. Ihr könnt jede Menge Bewährungshelfer töten, aber nicht ’ne durchgeknallte Katze?“
Alisha: „Bewährungshelfer zählen nicht.“

Im Fazit ist auch diese dritte Staffel wieder geschmacklos amüsant. Joseph Gilgun müht sich redlich, Robert Sheehan zu ersetzen und übertrifft als Rudy bisweilen sogar den Fäkalhumor-Einsatz seines Vorgängers. Auch sein inflationär benutztes „Psych!“ (was im Übrigen eine Erfindung der deutschen Synchronisation ist) animiert irgendwann zu einem Trinkspiel.

Misfits
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Hal Binnie – Glenn Speers (m)

Dennoch kommt man als Fan der Serie nicht umhin, sich erst einmal an den doppelten Rudy zu gewöhnen. Letztlich fehlt ihm der Nathan-Charme. Nichtsdestotrotz sorgt die Absurdität der Misfits-Geschichten wieder für jede Menge Lachtränen und Schenkelklopfer. Auch dramatische Szenen kommen nicht zu kurz, insbesondere, wenn es um die Beziehung zwischen Simon und Alisha geht, deren Zeitreiseplot plausibel gelöst wird.

Als eine Art stand-alone Folge steht die vierte Episode, in der ein Überlebender des Holocaust in der Zeit zurück reist, um Hitler zu töten. Das geht natürlich gewaltig daneben und plötzlich finden sich die Misfits in einem Nazi-Reich wieder. Logisch darf man das natürlich nicht durchdenken, aber gerade die typisch britische Respektlosigkeit, mit der dieses Thema immer mal wieder angegangen wird, ist höchst unterhaltsam. Und Kelly darf hierbei die Heldin sein.

Misfits
© Clerkenwell Films 2011, Foto: Hal Binnie – vlnr.: Joseph Gilgun, Antonia Thomas, Iwan Rheon, Nathan Stewart-Jarrett

Alisha: „Wo warst du?“
Kelly: „Hab‘ nur gegen die scheiß Nazis gekämpft und Hitler in die Eier getreten.“

polyband hat mit der Veröffentlichung dieser dritten Staffel (DVD und Blu-ray Termin: 31.05.2013) wieder alles richtig gemacht. Sowohl bei den Episoden als auch beim Bonusmaterial kann man zwischen deutschen und englischen Untertiteln wählen. Bei den Extras hat man auch nicht gespart, wobei besonders die beiden Kurzfilme „Vegas, Baby!“ und „Erazer“ erwähnenswert sind. In Ersterem erfährt man, was dazu führte, dass Nathan nicht mehr nach Großbritannien zurückgekehrt war. Zusätzlich gibt es ein Wendecover.

DVD Ausstattung: Misfits Serien-Guide

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.