The Inbetweeners

The Inbetweeners: Adoleszenz mit Lachgarantie

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© 2012 UNIVERSUM FILM – vlnr: Joe Thomas, Blake Harrison, James Buckley, Simon Bird[/white_box]
Rezension: Staffel 1

Man nehme ein großes Stück American Pie, bestreue es mit etwas Skins und lasse die harten Drogen weg. „The Inbetweeners“ erzählt von vier befreundeten, britischen Jugendlichen, die sich gemeinsam durch ihre Pubertät und durch den oft demütigenden Alltag der Schule kämpfen. Damon Beesley („The Persuasionists“) und Iain Morris („Free Agents“) gründeten 2004 ihre eigene Produktionsfirma und kreierten und schrieben die Serie 2008 für E4.

Bis 2010 strahlte man drei Staffeln aus. Im Sommer letzten Jahres folgte dann der zuvor angekündigte Kinofilm zur Serie, „The Inbetweeners Movie“, der hierzulande unter dem Titel „Sex on the Beach“ ebenfalls ins Kino kam und am 20.07.2012 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird.

Will: „Ich hatte die Wahl, entweder bei den Freaks zu bleiben, oder mich mit dem Jungen anzufreunden, den sie jetzt Ständer nannten.“

The Inbetweeners
© 2012 UNIVERSUM FILM – Simon Bird

Gleich zu Beginn vollzieht Will McKenzie (Simon Bird, „Friday Night Dinner“) den schmerzlichen Wechsel von einer Privatschule auf die Rudge Park Gesamtschule eines Londoner Vororts. Mit Anzug, Aktenkoffer und Namensschild bahnt er sich tapfer seinen Weg durch die Schulgänge der Peinlichkeit und erträgt jeden noch so üblen Spruch. Er ist ausgesprochen höflich, allerdings nicht im alkoholisierten Zustand, gebildet und wirkt immer ein bisschen freundlich-snobistisch. Hartnäckig heftet er sich an die Fersen von Simon Cooper, der nach anfänglichen „Fluchtversuchen“ Will tatsächlich als einen Freund anerkennt.

Obwohl Will auch als Erzähler der Geschichten fungiert, erweist sich Simon (Joe Thomas, „Fresh Meat“) als tauglichste Identifikationsfigur. Er ist ein echter Kumpel, manchmal ein wenig naiv und schwer verliebt in Carli D’Amato (Emily Head, „The Invisibles“). Seine Werbungsversuche scheitern regelmäßig an der Tatsache, dass er sich dahingehend von seinen Freunden beraten lässt.

The Inbetweeners
© 2012 UNIVERSUM FILM – Joe Thomas

Wie in Adoleszenz Geschichten üblich, schlägt das Testosteron gnadenlos aufs Hirn – bei einigen weniger, bei Jay Cartwright (James Buckley, „Off the Hook“) umso mehr. Es gibt eigentlich keinen Sex, den er noch nicht – in seiner Fantasie – praktiziert hat und er wird auch nicht müde, seinen Freunden die imaginären Schweinereien so zu präsentieren, als wären sie tatsächlich passiert. Hat man allerdings erst einmal Jays Vater Terry (David Schaal, „EastEnders“) erlebt, wundert man sich über sein Verhalten nicht im Geringsten.

Ein hübsches Trinkspiel kann man aus Jays versucht-witzigen Bemerkungen machen, die von Will und Simon immer nur mit einem trockenen „Brüller!“ beantwortet werden. Jays bzw. James Buckleys Imitation des „Crazy Frog“ ist allerdings tatsächlich so urkomisch, dass man sich einerseits fragt, wie lange er das geübt hat und andererseits, wie die anderen Darsteller dabei ernst bleiben konnten.

Jay [über Simons gelben Fiat]: „Alter Schwede! Gibt’s da ’ne Barby dazu, wenn man den kauft?“

The Inbetweeners
© 2012 UNIVERSUM FILM – James Buckley

Der Letzte der Vierer-Gruppe ist Neil Sutherland (Blake Harrison, „White Van Man“). Er ist zwar nicht der hellste Stern im Universum, dafür aber liebenswert, loyal und mit einem perfektionierten 1980er-Jahre-Tanzstil gesegnet. Gäbe es einen Wettbewerb für peinliche Bekleidung, würde Neil ihn, zumindest in dieser ersten Staffel, locker gewinnen. Und mit welcher Ausdauer er versucht, die Behauptung sein Vater wäre schwul, zu widersprechen, ist schon bemerkenswert.

Dramaturgischen Überzeichnungen zum Trotz ist die Serie erstaunlich lebensnah. Wenngleich der Realitätsanspruch von z.B. „Skins“ dennoch deutlich höher angesetzt ist, punkten „The Inbetweeners“ mit derbhumorigen Sprüchen und wirken im Ganzen fröhlicher und leichter. Dass die Channel 4 DVD Veröffentlichungen in Großbritannien nur eine 18er-Klassifikation bekamen, liegt allerdings tatsächlich am groben Humor.

The Inbetweeners
© 2012 UNIVERSUM FILM – Blake Harrison

Wer jedoch durch die harte Schule der Monty Python, den League of Gentlemen oder auch Little Britain gegangen ist, den können die Vertonung einer Darmaktivität, schwallartiges Erbrechen, uringetränkte Socken oder feuchte Autositze nach einer nächtlichen – im wortwörtlichen Sinne – Spritztour, schon lange nicht mehr schocken.

Will: „… aber man sagt, was einen nicht umbringt, macht einen nur noch härter, außer Polio.“

In zwei Nebenrollen sind vor allem Belinda Stewart-Wilson („Primeval“) als Wills Mutter Polly und Greg Davies („We Are Klang“) als Mr. Gilbert erwähnenswert. Stewart-Wilson, weil sie als Polly meist unschlagbar naive Sprüche zum Besten gibt und zum Leidwesen ihres Sohnes für dessen Freunde als Selbstbespaßungs-Vorlage durchgeht. Und Davies, weil er den Schülerschreck und Spielverderber so genüsslich porträtiert.

Polly: „Er scheint mir nett zu sein.“
Will: „Er ist der Schul-Psycho, der eben gedroht hat, dass er mich umbringt.“
Polly: „Schön, dass du dich anfreundest.“
Will: „Hören Mütter je zu?“

The Inbetweeners
© 2012 UNIVERSUM FILM – vlnr: Simon Bird, Joe Thomas, James Buckley, Blake Harrison

Universum Film veröffentlicht die erste Staffel zeitgleich mit dem Kinofilm am 20.07.2012. Den Ton gibt es in Deutsch und Englisch mit optionalen, englischen Untertiteln für Hörgeschädigte. Als Bonus gibt es u.a. ein Making of, entfernte Szenen und Videotagebücher aller vier Hauptdarsteller. Leider kann man dieses Bonusmaterial nur im englischen Originalton erleben und sollte dementsprechend der englischen Sprache mächtig sein.

DVD Ausstattung
The Inbetweeners - Staffel 1 - DVD Cover
Coverfoto: Universum Film

Format: PAL
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch (HoH, optional)
Bildformat: 16:9 anamorph (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 1
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 140 Min. (6 x ca. 23 Min.) + Bonus (ca. 52 Min.)
Extras: siehe unten, Bonus nur im Original ohne Untertitel
Verpackung: Softbox, kein Wendecover
Label: Universum Film GmbH

Episoden und Bonus
  • 1.01 Der erste Tag (22:02 Min.)
  • 1.02 Will macht blau (24:12 Min.)
  • 1.03 Der Freizeitpark (22:37 Min.)
  • 1.04 Das erste Mal (23:53 Min.)
  • 1.05 Der Wohnwagenclub (22:45 Min.)
  • 1.06 Der Weihnachtsball (23:50 Min.)
  • Bonus:
    „Sex on the Beach“ (Trailer zum Film, 01:44 Min.)
    Video diaries from all 4 boys (21:07 Min.)
    Making of documentary (18:05 Min.)
    Meet the cast (06:59 Min.)
    Deleted scenes (03:20 Min.)
    Outtakes (00:27 Min.)
  • Trailershow:
    50/50 – Freunde fürs (Über)leben
    Der Auftragslover
    Streetdance 2
    Türkisch für Anfänger
    Doctor’s Diary
    Berlin, Berlin

2 Gedanken zu „The Inbetweeners: Adoleszenz mit Lachgarantie“

  1. Sorry, wenn ich hier mal reinposte aber ich freu mich schon auf das neue Forum. Gibt schon wieder ein paar Neuigkeiten wie Emmy Nominierungen und so. 😉

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