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True Love (2012)

Seine bisherigen Soloarbeiten – sechs TV Filme und ein Kinofilm – erledigte Dominic Savage in Personalunion. Auch für seine erste TV Serie „True Love“ lieferte er die Drehbücher und übernahm die Regiearbeit. In fünf zirka dreißigminütigen Episoden behandelt Savage das Thema der wahren Liebe und lässt seinen Schauspielern – u.a. David Tennant, Billie Piper und David Morrissey – viel Raum für Improvisationen.

Nick: „I never loved anyone like I loved you.“ True Love, Episode One

In der englischen Stadt Margate (Kent) kämpfen die Protagonisten mit großen Gefühlen und schwierigen Entscheidungen. Als Titelsong wählte man – ganz dem Thema entsprechend – „What The World Needs Now Is Love“ in der Version von Dionne Warwick.

Episode One: Nick

Nick (David Tennant, „Doctor Who“) führt ein rundum schönes Leben. Er ist glücklich verheiratet mit Ruth (Joanne Froggatt, „Downton Abbey“), hat einen guten Job und zwei wohlgeratene Kinder. Doch dann trifft ihn ein Anruf während seiner Arbeitszeit wie ein Vorschlaghammer. Serena (Vicky McClure, „This is England ’86/’88“) ist in der Stadt und möchte ihn wiedersehen. Vor vielen Jahren waren sie liiert und das Traumpaar schlechthin. Doch dann verließ sie ihn. Nick willigt ein, Serena zu treffen und erfährt, dass sie inzwischen in Kanada lebt. Eigentlich wollte sie nur ihre Schwester Michelle (Lacey Turner, „Being Human“) besuchen, doch sie hätte es merkwürdig gefunden, sich nicht bei ihm zu melden. Völlig aufgewühlt vertraut er sich einem Arbeitskollegen an, der ihm rät, seine Ehe nicht aufs Spiel zu setzen. Doch Nick kann die starken Gefühle, die er nach wie vor für Serena hat, nicht unterdrücken.

Episode Two: Paul

Paul (Ashley Walters, „Outcasts“, „Inside Men“) ist mit seiner jungen Vaterrolle überfordert. Er scheint nicht sonderlich an seinem Sohn interessiert zu sein, nimmt es seiner Frau Michelle allerdings übel, dass sie sich mehr um das Kind kümmert als um ihn. Als er auf seinem Weg zur Arbeit die junge Stella (Jaime Winstone, „Five Daughters“) sieht, ist es um ihn geschehen. Hals über Kopf verliebt er sich in sie und stürzt sich in eine Affäre. Dann erzählt ihm Stella etwas von Problemen mit ihrer Mutter und Paul gibt ihr 5000 Pfund. Sie verspricht ihm, zurückzukehren, sobald sie die Sache mit ihrer Mutter geklärt hat. Doch dann ist Stella plötzlich nicht mehr zu erreichen.

Episode Three: Holly

Die junge Lehrerin Holly (Billie Piper, „Doctor Who“, „Secret Diary of a Call Girl“) fühlt sich einsam, obwohl sie eine Affäre mit dem verheirateten David (Charlie Creed-Miles, „Injustice“) hat. Dass es genau diese lieblose Beziehung ist, unter der sie leidet, will sie sich zunächst nicht eingestehen. Gespräche mit ihrer Mutter (Jenny Agutter, „Call the Midwife“) helfen da auch nicht weiter. Dann wird sie von ihrer Schülerin Karen (Kaya Scodelario, „Skins“) zu einer Kunstausstellung eingeladen und zum ersten Mal hat Holly jemanden, dem sie sich anvertrauen kann. Die beiden jungen Frauen treffen sich immer öfter außerhalb der Schule, reden über Gott und die Welt und verlieben sich ineinander. Holly trennt sich von David, doch wie kann sie eine verbotene Beziehung mit Karen leben?

Episode Four: Sandra

Als Sarah (Genevieve Barr, „The Fades“) das Nest verlässt, hat ihre Mutter Sandra (Jane Horrocks, „Absolutely Fabulous“) nicht nur damit emotional zu tun. Auch ihre Ehe mit David scheint nicht mehr zu funktionieren. Nur ihr kleiner Laden scheint gut zu laufen. Dort trifft sie eines Tages Ismail (Alexander Siddig, „Star Trek: DSN“), der für seine Mutter ein Geschenk kauft. Sandra blüht wieder auf und gewinnt durch Ismail einen neuen Blick auf ihr Leben. Sie begreift, dass sie sich nie gefragt hat, was sie eigentlich vom Leben erwartet. Als David merkt, dass seine Frau sich verändert hat und ihn zu ignorieren scheint, bemüht er sich wieder um sie und um ihre Ehe. Doch in Sandra ist ein Entschluss herangereift, der alles verändert.

Episode Five: Adrian

Adrian (David Morrissey, „Mord auf Seite eins“, „Blackpool“) ist geschieden. Seine Tochter Karen sieht er jedoch regelmäßig – auch deren beste Freundin Lorraine (Jo Woodcock, „Collision“, „Land Girls“), die sich in ihn verliebt hat und stets seine Nähe sucht. Anfänglich bemerkt Adrian nicht, was das junge Mädchen für ihn empfindet, zumal er seit einiger Zeit einen intensiven Online- und Telefonkontakt mit Kathy (Gemma Chan, „Sherlock“, „Secret Diary of a Call Girl“) pflegt, die in Hongkong lebt. Schwer verliebt, lädt er sie zu sich ein, damit sie mit ihm ein paar Tage in Margate verbringen kann. Seine Tochter Karen ist alles andere als begeistert und sein Arbeitskollege findet die Sache eher amüsant. Doch als Kathy ankommt, ist alles wunderbar. Beide stellen fest, dass sie sich wirklich lieben und kommen sich schnell näher. Lorraine hingegen kann mit ihren Gefühlen nicht umgehen und entwickelt Stalker-Qualitäten, die das junge Glück zu zerstören drohen.

Fazit

Die „True Love“ Darsteller sind exzellent gewählt. Ihre Improvisationen wirken nie gestellt und dass Savage ihnen die Möglichkeit ließ, frei zu agieren, macht die Geschichten und die Dialoge umso glaubwürdiger. Die Küstenstadt Margate als Drehort tut ihr Übriges und unterstreicht die Romantik. Die Geschichten sind in gewisser Weise alle miteinander verbunden, weil einige der Charaktere wie Lorraine, Karen, Michelle und David gleich in mehreren Folgen auftauchen – mal als Tochter, Freundin, Liebhaber, Schwester, Ehefrau oder Ehemann. Einziger Wermutstropfen ist allerdings die Kürze der Episoden. Hin und wieder fällt es schwer, bestimmte Emotionen nachempfinden zu können, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Und so hätten einige der Geschichten das Potenzial für einen Spielfilm.

Wunderbar ausgesucht ist die Musik, weshalb wir im Folgenden einmal die Songs auflisten, die in der Serie zu hören sind:

Roberta Flack – First Time Ever I Saw Your Face
Billie Holiday – I’m A Fool To Want You
Melody Gardot – Your Heart Is As Black As Night und Love Me Like A River Does
Eva Cassidy – Time After Time und True Colors
Mumford & Sons – White Blank Page und Awake My Soul
George Michael – A Different Corner
Phil Collins – You Know What I Mean

Unser Tipp

Wer authentische Liebesgeschichten mit Gefühlschaos mag, die ohne Hollywood-Flair auskommen, wird hier bestens unterhalten.

Die DVD zur Serie gibt es seit dem 25. Juni 2012 u.a. auf amazon.co.uk.

BBC One – True Love
BBC One Trailer auf YouTube

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