Lewis - Staffel 4

Lewis: In Oxford wird wieder ermittelt

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© ITV 2010, Edel:Motion – Kevin Whately[/white_box]
Rezension: Staffel 4

Vor gut einem Jahr war die Besprechung der dritten Staffel von „Lewis – Der Oxford Krimi“ die erste DVD Rezension, die wir veröffentlicht haben. Genau vierzig Kritiken später, gestaltet sich die Rezension zur vierten Staffel der unterhaltsamen Krimiserie fast wie ein kleines Jubiläum.

Bislang konnte man von Serienjahr zu Serienjahr beobachten, wie das ungleiche Ermittler-Duo DI Robert Lewis (Kevin Whately, „Inspector Morse“) und DS James Hathaway (Laurence Fox, „Geliebte Jane“) immer stärker zu einer erfolgreichen Einheit zusammenwuchs. Während der gebildete Hathaway gerne mal den Klugscheißer raushängen lässt, gehört Lewis eher zur Reihe der klassischen, pragmatischen Polizisten. Das macht ihn jedoch nicht weniger aufmerksam. Im Gegenteil. Oft erkennt er Zusammenhänge, die das wandelnde Lexikon Hathaway auch mal übersieht. Privat sind sich die beiden Männer allerdings sehr ähnlich – zurückhaltend, gradlinig und diskret. Von sich selbst geben sie nur ungern etwas preis, doch im vierten Jahr ihrer Zusammenarbeit nehmen sie es zunehmend lockerer. Hin und wieder bewerfen sie sich mit kleinen Frotzeleien, was die Arbeitsatmosphäre zwischen den Tatorten erheblich entspannt.

Lewis: „Wissen Sie was? Wir müssen das ganze Zeug mitnehmen und uns darauf freuen, dass wir heute Nacht nicht viel Schlaf kriegen.“
Hathaway: „Ach, Schlaf wird überbewertet. Besonders am Samstag.“
Lewis: „Müssen Sie denn so jung sein?“

Lewis - Staffel 4 - Szenefoto
© ITV 2010, Edel:Motion – Juliet Aubrey, Georgia Groome, Richard Johnson

Die Serie, die aus dem erfolgreichen Vorgänger „Inspector Morse“ entstand, hat die Bezeichnung Krimi verdient. „Lewis – Der Oxford Krimi“ gehört zur Reihe der Serien, die nach dem Miss Marple Prinzip, dem sogenannten Whodunit funktionieren. Ein Mord geschieht und sowohl die Ermittler als auch die Zuschauer begeben sich auf die Suche nach dem Täter. Dabei liegt die Stärke dieser britischen Krimis, zu denen u.a. auch „Inspector Barnaby“, „Inspector Lynley“ oder „George Gently“ gehören, in ihrer Unvorhersehbarkeit. Wer hier den Täter schon nach fünf Minuten zu kennen glaubt, wird entweder eines Besseren belehrt oder hat schlichtweg geschummelt.

Diese Serien, die fast immer auf den Büchern namhafter Kriminalschriftsteller beruhen, überzeugen mit familientauglicher Unterhaltung. Schock-Momente oder Blutspritzarien haben hier nichts zu suchen. Die bodenständigen Ermittler plagen sich weder mit aufwendigen, kriminaltechnischen Ermittlungen a la CSI, noch mit diabolischen Serienkillern. Wer hier tatsächlich in Serie tötet, tut dies meistens aus einer Verzweiflung heraus. Und so müssen Lewis und Hathaway auch in den vier Fällen der vierten Staffel Instinkt und Köpfchen einsetzen, um den Tätern auf die Spur zu kommen.

„Auf falscher Fährte“ befindet man sich zunächst im Fall eines Ermordeten, der in einem Reisebus gefunden wird. Als man seinen Weg zurückverfolgt, gelangt man zum Anwesen der Familie Mortmaigne. Mit ihr ist Hathaway zufällig bekannt, denn als Junge hat er auf dem Gut gewohnt. Als Gaststars sind Juliet Aubrey („Primeval – Rückkehr der Urzeitmonster“) und Nathaniel Parker („Inspector Lynley“) dabei.

Lewis - Staffel 4 - Szenefoto
© ITV 2010, Edel:Motion – Robert Hardy

„Unter dem Stern des Todes“ stand offensichtlich Professor Andrew Crompton (Christopher Bowen, „Castles“), denn er wird tot im Observatorium entdeckt. Kurz zuvor hatte er in der Kirche eine Beichte abgelegt, obwohl er seiner Ehefrau zufolge gar nicht religiös war. In den Fokus der Ermittlungen gerät ein junger Student, der den Professor zum Todeszeitpunkt noch gesehen haben muss. Lewis bezweifelt allerdings, dass er etwas mit dem Mord zu tun hat. Bereichert wird die Episode mit einem Gastauftritt von Robert Hardy, der den meisten deutschen Zuschauern aus der Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ bekannt sein dürfte.

In „Die Alles-oder-Nichts-Frage“ müssen Lewis und Hathaway den Mord an einem Grundschullehrer aufklären, der an einem Wochenend-Quiz teilnimmt, um die Prämie von 5000 Pfund zu gewinnen. Schnell findet man heraus, dass das Opfer Ethan Croft (Adam James, „Band of Brothers“) eigentlich ein brillanter Dozent für slawische Sprachen war, dessen Karriere durch einen Skandal beendet wurde. Wunderbar ironisch besetzt wurde Alan Davies („Jonathan Creek“), der hier die Rolle des Marcus Richards spielt, einem angeblich zweimaligen Quiz-Show Gewinner, der nun die Quiz Wochenenden veranstaltet. Tatsächlich ist Davis seit 2003 in der Quiz Show „QI“ dabei, die Schauspieler und Autor Stephen Fry moderiert. In einer kleinen Nebenrolle ist Laurence‘ Bruder Jack Fox als Alfie Wilkinson zu sehen.

Lewis: „Was halten Sie von Quiz?“
Hathaway: „Finde ich überflüssig und sinnlos. Genauso wie Nacktschnecken und Blutwurst.“

Lewis - Staffel 4 - Szenefoto
© ITV 2010, Edel:Motion – Clare Holman

Sehr persönlich wird es in „Die Geister, die ich rief“, denn Pathologin Dr. Laura Hobson (Clare Holman, „Inspector Morse“), mit der Lewis mittlerweile eine sehr freundschaftliche Beziehung pflegt, will sich eigentlich an Halloween zu einem netten Freundinnen-Abend treffen, als sie zu einem Tatort gerufen wird. Dort fällt sie beim Anblick der weiblichen Leiche in Ohnmacht. Laura kannte die Frau, denn sie war eine der Freundinnen, mit der sie sich verabredet hatte. In Nebenrollen agieren eine blondierte Lucy Griffith („Robin Hood“) und Rupert Graves („Sherlock“).

Im Übrigen entstammt Hathaway Darsteller Laurence Fox einer großen Schauspielerfamilie. Sein Vater, James Fox, kann bereits eine über 60jährige Karriere vorweisen und spielte auch in der Serie seines Sohnes eine kleine Nebenrolle in der ersten Episode der dritten Staffel. Sein Onkel, Edward Fox, war in Filmen wie „Ghandi“, „Die Bounty“ oder „Die Brücke von Arnheim“ dabei. Und Laurence‘ Cousine, Emilia Fox, spielt seit 2004 die Rolle der Dr. Nikki Alexander in der Serie „Gerichtsmediziner Dr. Leo Dalton“. Offensichtlich will Laurence diese Familientradition fortführen, denn seit 2007 ist er mit Schauspielerin Billie Piper verheiratet, die u.a. „Doctor Who“ zwei Staffeln lang begleitete.

Das ZDF strahlt diese Staffel wöchentlich seit dem 22. April 2012 aus. Edel: Motion veröffentlicht die vier spielfilmlangen Episoden der ITV Serie am 11.05.2012 auf vier Discs in der üblichen Softbox und mit deutscher und englischer Tonspur.

DVD Ausstattung
Lewis - Staffel 4 - DVD Cover
Coverfoto: Edel:Motion

Format: PAL
Disc-Type: DVD-5
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 4
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 360 Min.
Extras: keine
Verpackung: Softbox, Innenseite des Covers mit Szenefotos
Label: Edel Germany GmbH

Episoden
  • Disc 1 – 4.01 Auf falscher Fährte (1:28:56)
  • Disc 2 – 4.02 Unter dem Stern des Todes (1:28:23)
  • Disc 3 – 4.03 Die Alles-oder-Nichts-Frage (1:28:29)
  • Disc 4 – 4.04 Die Geister, die ich rief (1:28:58), Trailer

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