Doctor Who - Series 5

Doctor Who: Ein Doktor rettet das Universum

[white_box]Copyright Artikelbild
© BBC 2010, Foto: Adrian Rogers – Matt Smith[/white_box]
Rezension: Staffel 5, Teil 1

Wer ihn nicht kennt, hat die Welt verpennt. Nun gut, ganz so harsch sollte man es wohl nicht formulieren. Die britische Sci-Fi Kultserie „Doctor Who“ ist zwar mittlerweile zum weltweiten Phänomen avanciert, aber es soll tatsächlich noch Menschen geben, die sich fragen: „Doctor Who?“

In Großbritannien wird diese Serie um einen durch Raum und Zeit reisenden Außerirdischen – den Timelord – quasi mit der Muttermilch verabreicht. Die von Sydney Newman erdachte Serie wurde von der BBC erstmalig 1963 ausgestrahlt. Damals war es die Intention, ein lehrreiches Programm für die ganze Familie zu kreieren. Mit einer Zeitmaschine konnte man sowohl wissenschaftliche als auch historische Fakten vermitteln. Doch schon bald entwickelte sich der Straßenfeger zu einer familiären Abenteuerreise mit Kultcharakter.

Doctor Who - Series 5
© BBC 2009 – Karen Gillan

Als die (mit Unterbrechungen) am längsten laufende und erfolgreichste Sci-Fi Serie aller Zeiten steht „Doctor Who“ mittlerweile auch im Guinness-Buch der Rekorde. Der „Abnutzung“ eines Hauptdarstellers – immerhin sprechen wir hier von ganzen Jahrzehnten – wirkte man mit einer cleveren Idee entgegen. Stirbt der Doctor, so kann er sich während dieses Prozesses regenerieren und erhält neben einem neuen Körper auch ein neues Wesen. Seine Erinnerungen verliert er jedoch nicht. Die Doctor Who-Darsteller können also ausgetauscht werden, ohne die Geschichte der Serie immer wieder neu schreiben zu müssen. Und jeder Darsteller kann seinem Doctor eine ganz eigene Note geben, ohne aus der Rolle zu fallen.

Die Erinnerungen zu behalten ist nicht nur wichtig, weil der Doctor sein Wissen anwenden muss und seine Erfahrungen braucht, um zu helfen, sondern auch für die Tragik des Charakters. Nicht vergessen zu können, dass er der Letzte seiner Art ist, macht ihn einsam. Diese Einsamkeit ist der Hauptmotivator, sich seine wechselnden Begleiter zu suchen – die Companions. Ironischerweise fügt der Verlust eines Begleiters weiteres Leid hinzu, denn im Gegensatz zum Doctor, der schon seit über 900 Jahren existiert, haben sie nicht die Fähigkeit der Regeneration. Gleichwohl sind diese Companions enorm wichtig für die Entwicklung des Doctors. Sie sind nicht nur Freunde und Vertraute, sondern auch ein moralischer Kompass.

DOCTOR WHO S5
© BBC 2010, Foto: Todd Anthony – Matt Smith

Der heimliche Star der Serie ist die TARDIS (Time And Relative Dimension In Space), das Raumschiff des Doctors, mit dem er eben nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit fliegen kann. Äußerlich getarnt als englische Polizei-Notrufzelle der 1960er Jahre (der Chamäleon-Schaltkreis gab just in dieser Einstellung den Geist auf), hat die TARDIS im Inneren die gefühlte Räumlichkeit eines IKEA Einrichtungshauses, was den zur Phrase gewordenen Ausruf prägte: „It’s bigger on the inside!“.

1989 knipste man nach 26 Staffeln erst einmal das Licht aus. Es erschienen Hörspiele und Bücher sowie 1996 ein amerikanischer Fernsehfilm. Im Jahr 2005 gab es im Hause der BBC einen Neustart der Serie – bislang 6 Staffeln mit 3 verschiedenen Doktoren. Die 7. Staffel befindet sich bereits in der Produktion. Diese Neuauflage läuft so erfolgreich, dass sie auch einen Show Runner/Produzenten Wechsel komplikationslos überstand. 2009 übergab das Dream-Team Russell T. Davies und Julie Gardner (die bekanntlich auch für „Torchwood“ verantwortlich waren) die Fackel an Steven Moffat („Coupling“, „Jekyll“, „Sherlock“). Moffat jongliert seither gekonnt zwischen der Produktion von „Doctor Who“ und seiner äußerst erfolgreichen Eigenkreation „Sherlock“, die er zusammen mit Freund und Kollege Mark Gatiss („The League of Gentlemen“) produziert.

Doctor Who - Series 5
© BBC 2010 – Bill Paterson, Ian McNeice, Matt Smith, Karen Gillan

Neben Davies, Moffat und Gatiss lesen sich die Autoren der „Doctor Who“ Episoden wie das Who is Who britischer Erfolgsserien-Macher. So erfand Toby Whithouse beispielsweise „Being Human“ und Matthew Graham „Life on Mars“ und „Ashes to Ashes“. Bob Baker schreibt und produziert für „Wallace & Gromit“ und Neil Gaiman verfasst Drehbücher, ist Comic Autor und Romanschriftsteller. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Niemalsland“, „American Gods“, „Sternwanderer“ oder auch „Das Graveyard-Buch“ sowie „Coraline“.

Zu den drei Darstellern des Doctors seit 2005 zählen Christopher Eccleston („Heroes“, „The Shadow Line“), David Tennant („Blackpool“, „Single Father“) und aktuell Matt Smith („Christopher und Heinz – Eine Liebe in Berlin“). Letzterer hatte es wahrlich nicht leicht, da ihm zunächst seine Jugend vorgeworfen wurde und sich sein Vorgänger Tennant zum beliebtesten Doctor-Darsteller der Neuauflage entwickelte.

Doctor Who
© BBC 2010, Foto: Todd Anthony – Karen Gillan, Matt Smith

Oft wird gefragt, wo man in dieser Serie einsteigen sollte, wenn man sich darin zurechtfinden möchte. Nun gibt es zwar eine nicht enden wollende Debatte zwischen den Anhängern der klassischen „Doctor Who“ Serie (also der von 1963 – 1989) und eingefleischten Befürwortern der Neuauflage ab 2005, doch letztlich muss man die Klassik-Serie weder kennen noch gesehen haben, um die Geschichte und die Charaktere zu verstehen. Zumal einige der alten Episoden bereits als verschollen gelten. Hier kommt es schlicht auf den persönlichen Geschmack an. Man sollte sich aber durchaus mal die wirklich ausführlichen Wikipedia-Artikel mit all den liebevoll zusammengetragenen Informationen gönnen. So gewinnt man einen Überblick über die Historie und den Hintergrund des Doctors und seinen wiederkehrenden Feinden.

Selbst der Einstieg mit dieser bereits 5. Staffel der Neuauflage ist durchaus zu vertreten, wenngleich es einige Charaktere gibt, die Moffat als Autor in den Staffeln 3 und 4 selbst kreiert hatte und sie in Staffel 5 wieder zurückbringt. Zu nennen wären da im Besonderen die „Weeping Angels“ (die weinenden Engel) oder auch die Figur der „River Song“, gespielt von Alex Kingston („ER“). Nichtsdestotrotz erklärt sich vieles aus den Dialogen und mit dieser 5. Staffel gibt es auch einen frisch regenerierten, neuen Doctor (Matt Smith), der sich selbst erst kennenlernen muss. Hinzu kommt eine neue Begleiterin, Amelia Pond, oder wie sie sich später selbst nennt, Amy Pond (Karen Gillan, „Outcast“). Mit an Bord der TARDIS ist diesmal auch Arthur Darvill („Klein Dorrit“) als Amys Verlobter Rory Williams, dessen Charakter eine wunderbare Entwicklung durchläuft.

Doctor Who - Series 5
© BBC 2010, Foto: Adrian Rogers – Karen Gillan, Matt Smith

Nachdem ProSieben die ersten beiden Staffeln 2008 zusammengeschnitten im Nachmittagsprogramm verheizte und das Label KSM seinerzeit die dazugehörigen DVDs herausbrachte, entschied sich der Pay-TV Kanal FOX Channel Deutschland, zunächst mit der 5. Staffel weiter zu machen. 2011 und 2012 wurden hier die Staffeln 5 und 6 gezeigt. KSM war jedoch nicht mehr dazu zu bewegen, die DVDs und Blu-rays zu vermarkten. Hier sprang kurzerhand polyband ein und weiß mit einer liebevolleren Umsetzung zu überzeugen, wenngleich die 5. Staffel geteilt wurde und dies sicher auch von Staffel 6 zu erwarten ist. Dennoch gibt es die Tonspuren in Deutsch und Englisch und optionale deutsche und englische Untertitel. Als Extras gibt es auf einer Bonus-Disc die Doctor Who-Confidentials (kleine Making Ofs) der ersten sieben Episoden, sowie Audiokommentare, die „Monster-Akten“, Videotagebücher und zusätzliche Szenen. Außerdem enthalten ist ein Mini-Booklet mit nützlichen Informationen zur Serie selbst, dieser Staffel und den Darstellern. Der FSK Aufkleber auf der Papphülle ist abziehbar, der auf der Softbox allerdings nicht. Auch ein Wendecover gibt es nicht.

Mit der Veröffentlichung des 2. Teils dieser Staffel (25.05.2012) schreiben wir auch eine weitere Rezension und gehen dort näher auf die Geschichten, die Charaktere und deren Beziehungen zueinander ein.

DVD Ausstattung
Doctor Who - Staffel 5.1 - DVD Cover
Coverfoto: polyband

Format: PAL
Disc-Type: DVD-9
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 (1.78:1)
Audio: Dolby Digital 5.1
Anzahl der Disks: 3
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 326 Min. (7 x ca. 42 bis 64 Min.) + Bonusdisc (ca. 146 Min.)
Extras: Booklet, Bonusdisc (Videotagebücher, Behind the scenes, Outtakes, Audiokommentare)
Verpackung: Softbox mit O-Card
Label: polyband

Disc 1 – Episoden 1 bis 4 (Audiokommentare mit optionalen deutschen und englischen UT)
  • 5.01 Fünf vor Zwölf (64:35 Min.)
    Audiokommentar von Steven Moffat, Piers Wenger und Beth Willis
  • 5.02 Der Sternenwal (42:02 Min.)
  • 5.03 Sieg der Daleks (41:54 Min.)
    Audiokommentar von Mark Gatiss, Nicholas Briggs und Barnaby Edwards
  • 5.04 Zeit der Engel (41:42 Min.)
    Audiokommentar von Karen Gillan und Steven Moffat
Disc 2 – Episoden 5 bis 7 (Audiokommentare mit optionalen deutschen und englischen UT)
  • 5.05 Herz aus Stein (42:42 Min.)
  • 5.06 Die Vampire von Venedig (48:16 Min.)
    Audiokommentar von Jonny Campbell, Toby Whithouse und Alex Price
  • 5.07 Amys Entscheidung (44:15 Min.)
Disc 3 – Bonusmaterial

Doctor Who Confidential – Blick hinter die Kulissen

  • Episode 1 – Nenn‘ mich den Doctor (13:26 Min.)
  • Episode 2 – Alles über das Mädchen (14:28 Min.)
  • Episode 3 – Kriegsspiele (14:14 Min.)
  • Episode 4 – Die Augen weit geöffnet (14:05 Min.)
  • Episode 5 – Vom Licht geblendet (14:19 Min.)
  • Episode 6 – Tod in Venedig (14:17 Min.)
  • Episode 7 – Die Arthursche Legende (14:27 Min.)

Monster-Akten

  • Die Daleks (10:15 Min.)
  • Die weinenden Engel (10:30 Min.)

Videotagebücher

  • Videotagebuch – Teil 1 (09:36 Min.)
  • Videotagebuch – Teil 2 (09:13 Min.)

Zusätzliche Szenen

  • Episode 1: Fünf vor Zwölf (03:16 Min.)
  • Episode 5: Herz aus Stein (03:53 Min.)

2 Gedanken zu „Doctor Who: Ein Doktor rettet das Universum“

  1. Ich bin tatsächlich eine der derjenigen, die mit Matt Smith eingestiegen ist und ich kann erst jetzt dem Doctor was abgewinnen. Ich hab die Tennant-Folgen total verpasst und Eccleston und Billie Piper mochte ich irgendwie beide nicht als sie damals bei Pro7 liefen. Aber mit Matt Smith und Karen Gillan konnt ich mich sofort anfreunden und die Vincent-Folge war ja wirklich ein herziges Highlight in Staffel 5. Vielleicht liegt es aber auch am Moffat-Style. 😉 Wer weiß?

  2. Ich denke, das ist wirklich Geschmackssache. Ich kann auch Leute verstehen, die mit dieser Serie gar nichts anfangen können. Dafür ist sie einfach zu speziell. Habe heute gelesen, dass FOX Channel Deutschland im Herbst – fast zeitgleich mit der BBC – auch die siebte Staffel ausstrahlen wird. Sehr lobenswert. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.