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Ashes to Ashes: Gene Hunt is back!

Ashes to Ashes
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© Kudos Film and Television 2009 – Dean Andrews, Keeley Hawes, Philip Glenister, Montserrat Lombard, Marshall Lancaster
Rezension: Staffel 2

Seine Sprüche gehören von der FSK geprüft. Bei seinem Fahrstil sucht man unweigerlich nach einem Sicherheitsgurt auf dem heimischen Sofa und seine Krokodil-Lederstiefel sollten wegen der Nahaufnahmen fairerweise im Abspann erwähnt werden. Wir schreiben das Jahr 1982. Auf den Falklandinseln kriselt es und Gene Hunt (Philip Glenister) ist zurück! Mit DI Alex Drake (Keeley Hawes) bildet er mittlerweile ein nahezu unschlagbares Team. Er darf sie ungestraft „Schlüpferchen“ nennen und seiner schnellfeuerwaffenartigen Schnodder-Schnauze freien Lauf lassen. Sie darf ihm Psychoanalysen und Profiler-Terminus um die Ohren knallen – auch wenn sie es umgehend für ihn übersetzen muss. Über die Blüten des Sexismus regt sich Alex schon längst nicht mehr auf.

Ashes to Ashes

© Kudos Film and Television 2009 – Philip Glenister

Hunt: „Sie sehen so vergnügt aus. Haben Sie wieder auf der Waschmaschine gesessen?“

Dennoch muss sie sich zu Beginn dieser zweiten Staffel die Frage stellen, ob ihr Chef ein ehrbarer Polizist ist. Hunt wurde in den 1970ern der „Life on Mars“ Serie von Sam Tyler (John Simm) moralisch geprägt, aber nicht so sehr, dass er die frustabbauende Prügel eines Verdächtigen nicht mehr zu schätzen wüsste. So manches kriminelle Gesicht wird immer noch in die Fish & Chips gedrückt, doch das sind nicht die Dinge, die Alex Sorgen bereiten. 

Ashes to Ashes

© Kudos Film and Television 2009 – Keeley Hawes

Vielmehr ist Hunts Boss, Det. Supt. Mackintosh (Roger Allam, „The Thick of It“), mit Vorsicht zu genießen. Die blütenweiße Weste, die er vorgibt zu tragen, hat ein schmuddeliges Grau. Und so wird Hunt bald Mitglied in dessen Bruderschaft. In Alex kommen Zweifel auf und hartnäckig schnüffelt sie den merkwürdigen Aktivitäten ihres Vorgesetzten hinterher. Solange, bis dieser sich gezwungen sieht, sie einzuweihen. Hunde die bellen, beißen bekanntlich nicht. Gene langt gerne mal zu und ist sich oft vorschnell des möglichen Täters sicher, doch er ist weder dumm, noch korrupt. Tief in ihm schlummert ein scharfsinniger Vollblutpolizist, was ihn umso sympathischer macht. 

Hunt: „Er ist dreckiger als ein Feiertagswochenende in Blackpool.“

Und so beschäftigen sich die Fälle dieser Staffel in erster Linie mit Korruption in den eigenen Reihen, die mit dem Mord an einem Polizisten beginnen, der in Damen-Unterwäsche in einem Strip-Lokal gefunden wird. Eine Szene mit Steilvorlagen für anzügliche Bemerkungen. Alex muss sich nebenher mit ihren verblassenden Erinnerungen aus der Zukunft auseinandersetzen und trifft einen Mann, der weiß, wer sie ist und dass sie in ihrer Zeit ums Überleben kämpft. Bei ihrem verzweifelten Versuch, wieder in die Realität zurückzukehren, wird er zu ihrer größten Bedrohung. 

Ashes to Ashes

© Kudos Film and Television 2009 – Philip Glenister

Während uns Marshall Lancaster als DC Chris Skelton mit einer Strähnchen-Frisur erschreckt, darf Keeley – im Gegensatz zur ersten Staffel – ein paar mehr fragwürdige Outfits spazieren tragen. Neben dem zum Mitsingen animierenden Soundtrack der 1980er wird bei den Szenen, in denen Alex (wie einst Sam Tyler) mit ihrem Fernseher „kommuniziert“, abermals auf britische Kindersendungen aufmerksam gemacht, die zu dieser Zeit ausgestrahlt wurden. So z.B. „Morph“ „Orville the Duck“ oder auch „Jackanory“. In Gastrollen sind Adrian Dunbar („Wild About Harry“, „Death in Paradise“), Shaun Evans („Being Julia“, „Endeavour“), David Bradley („Blackpool“, „Harry Potter“), Rory Kinnear („Wild Target“, „Women in Love“), Sara Stewart („Rebus“, „Sugar Rush“), Sophie Stanton („EastEnders“) und Rory MacGregor („Spooks“) zu sehen. Ruth Millar tritt hier noch einmal in der Rolle der Jackie Queen auf, die sie bereits in „Life on Mars“ spielte. 

Ashes to Ashes

© Kudos Film and Television 2009 – Keeley Hawes, Philip Glenister

Das animierte Menü der DVD im Stil einer Videotexttafel mit anklickbaren Informationen aus dem Jahr 1982 ist eine nette Idee. Leider sucht man diesmal nicht nur die Untertitel sondern auch die zuvor angekündigten Extras (80er-Quiz, „Under the Ashes“-Behind-the-Scenes-Dokumentation) vergeblich. Das ist äußerst schade. Bleibt zu hoffen, dass man sich für die dritte und letzte Staffel noch mal so richtig ins Zeug legt. 

DVD Ausstattung: Ashes to Ashes Serien-Guide

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