Free Agents

Free Agents

[white_box]Copyright Artikelbild
© Channel 4 Television 2009 – Stephen Mangan[/white_box]
Rezension: Miniserie

Alex Taylor (Stephen Mangan, „Green Wing“, „Episodes“) und Helen Ryan (Sharon Horgan, „Broken News“) arbeiten in der Künstleragentur CMA und sind beide emotional beschädigt. Vermutlich sind sie deshalb auch in Helens Bett gelandet. Der One Night Stand endet nach dem postkoitalen Geplauder mit Tränen. Alex hat eine Scheidung hinter sich und das macht ihn sehr sensibel.

Die etwas resolutere Helen hingegen trinkt sich gerade durch eine anhaltende Trauerphase. Ihr Verlobter Pete war mit 34 Jahren an einem unentdeckten Herzfehler gestorben. Doch sie betont, dass sie „nur“ eine Gewohnheitstrinkerin ist und keine Alkoholikerin. Die Schuldgefühle, die ihr von ihrer Fast-Schwägerin Sophie (Anna Maxwell Martin, „Bleak House“, „South Riding“) permanent eingeredet werden, sind nicht besonders hilfreich. 

Während sich Alex vom Problemverarbeitungssex eine dauerhafte Bindung erhofft, will Helen davon nichts wissen. Durch ihren erlittenen Verlust kam sie zu dem Schluss, Beziehungen am besten gleich ganz abzuhaken. Umso bemühter ist sie nun, ihrem Kollegen eine neue Frau zu besorgen. Als sie für Alex ein Profil auf einer Dating-Internetseite einrichtet, erhält er zwar etliche Anfragen, doch viel kommt nicht dabei rum. Eine Verabredung mit Sarah (Dolly Wells, „Bridget Jones“), mit der er schon mal während seiner Schulzeit liiert war, will nicht so recht zünden. 

Free Agents
© Channel 4 Television 2009 – Sharon Horgan

Agentur-Chef Stephen Caudwell (Anthony Head, „Buffy – The Vampire Slayer“, „Little Britain“, „Merlin“) kann leider überhaupt nicht mit Beziehungstipps dienen. Er war schon so oft verheiratet, dass er vergessen hat, wie oft. Ein Alphamännchen jenseits der fünfzig, dessen vulgäre Ausdrucksweise allein schon an sexuelle Belästigung grenzt. Dass er die geistige Reife eines 14jährigen besitzt, stört seine Mitarbeiter allerdings nicht wirklich. Trotzdem hält es der gerade wohnungslose Alex nur eine Nacht bei Stephen aus. Vermutlich waren die Sex-Toys im Geschirrspüler daran schuld. 

Als Helen einwilligt, Alex bei sich wohnen zu lassen, verkompliziert sich ihre „Harry & Sally-Beziehung“, denn Alex ist mittlerweile klargeworden, dass er Helen nicht nur mag, weil er sich ohne sie noch einsamer fühlen würde. Die Schwierigkeit besteht darin, Helen davon zu überzeugen, ihre Neurosen in Zukunft gemeinsam zu pflegen.

Free Agents
© Channel 4 Television 2009 – Anthony Head

Die Channel 4 Produktion aus dem Jahr 2009 stammt aus der Feder von Chris Niel. Zugegeben – „Free Agents“ ist nicht unbedingt ein Emmy Gewinner, aber eine temporeiche, feine Beziehungskomödie mit schwarzem Humor und amüsant-kaputten Charakteren. So wird der Charakter des Dan Mackey (ein Kollege von Alex und Helen) von Matthew Holness verkörpert, der Kennern britischer Absurd-Comedy als Garth Marenghi aus der Serie „Garth Marenghi’s Darkplace“ bekannt sein dürfte. Holness verleiht seinem Dan eine gewisse Serienkiller-Mentalität – monoton sprechend, stoisch und völlig humorlos. 

Erst in diesem Jahr haben die Amerikaner die Story für sich entdeckt und es mit einer Adaption versucht, in der Hank Azaria und Kathryn Hahn sowie abermals Anthony Head die Hauptrollen übernahmen. Nach gerade mal vier Episoden wurde der Stecker gezogen. Aufgewärmt schmecken eben nur Eintöpfe besser.

Free Agents
© Channel 4 Television 2009 – Matthew Holness

Das Label tellyvisions nimmt sich zurzeit der Serien an, die in der freien Wildbahn der deutschen TV-Landschaft leider oft übersehen werden (es folgen noch „Taking the Flak“, „How Not to Live Your Life“ und „Nighty Night“ – außerdem erhältlich ist die kanadische Serie „Being Erica“), mangels Werbung oder anständiger Programmierung oder weil sie auf Sendern laufen, die nicht jeder empfangen kann.

Umso schöner ist es, dass man sie nun wenigstens auf DVD nachholen kann. Die vorbildliche Ausstattung überrascht nicht nur mit optionalen deutschen und englischen Untertiteln, sondern auch mit netten Extras (die man ebenso mit optionalen UTs erleben kann) wie einem Making-of, Outtakes, improvisiertem Material und Audiokommentaren zu jeder der sechs Episoden. 

Ein weiteres Highlight ist eine Gratis-DVD, die jeweils eine Episode der anderen Veröffentlichungen enthält. Wer die Katze also nicht im Sack kaufen will, hat hier die Gelegenheit, quasi kostenlos reinzuschnuppern. „Free Agents“ erschien am 25.11.2011

DVD Ausstattung
Free Agents - DVD Cover
Coverfoto: tellyvisions

Format: PAL
Disc-Type: DVD-9
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch (optional)
Bildformat: 16:9 (1,77:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 2
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 138 Min. (6 x ca. 23 Min.) + Bonus (ca. 37 Min.)
Extras: Making of Documentary, Out-takes, Improvised Material, Audiokommentare zu allen 6 Episoden, tellyvisions-Werbung (Trailer)
Verpackung: Softbox
Label: tellyvisions, Vertrieb (AL!VE AG)

Episoden + Bonus – Disc 1
  • 1.01 One-Night-Stand mit Folgen
  • 1.02 Das Internet-Date
  • 1.03 Unter Geiern
  • 1.04 Baby an Bord
  • 1.05 Doktor im Haus
  • 1.06 Der letzte Trauzeuge
  • Audiokommentare zu allen 6 Episoden
  • Extra: Making of Documentary (18:31 Min.)
  • Extra: Out-takes (7:06 Min.)
  • Extra: Improvised Material (11:10 Min.)
  • tellyvisions-Werbung – Trailer zu „How Not to Live Your Life“, „Being Erica“ und „Taking the Flak“
Disc 2 – Gratis-DVD (ohne UTs)
  • How Not to Live Your Life: Episode 1 (28:27 Min., deutsch und englisch)
  • Being Erica: Episode 1 (41:22 Min., deutsch und englisch)
  • Free Agents: Episode 3 (23:31 Min., deutsch und englisch)
  • Taking the Flak: Episode 1 (59:16 Min., deutsch und englisch)
  • Nighty Night: Episode 1 (28:26 Min., nur englisch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.