Rezensionen, TV Filme
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Wagnis der Liebe

Wagnis der Liebe
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© 1987 Kinowelt – vlnr: Helena Bonham Carter, Marcus Gilbert, Fiona Fullerton, Neil Dickson, Robert Addie
Rezension: TV Film

Das Label Fernsehjuwelen macht seinem Namen alle Ehre. Veröffentlicht werden hier ausgesuchte Film- und Serienperlen der Fernsehunterhaltung. Liebevoll aufgearbeitet werden TV Produktionen herausgebracht, bei dem ein älteres Publikum die Lieblingsfilme wieder und ein junges Publikum so manches Werk ganz neu für sich entdecken kann.

Ich habe mir mal die britische Roman-Adaption „Wagnis der Liebe“ (Originaltitel: „A Hazard of Hearts“) aus dem Jahr 1987 herausgesucht.

Dame Barbara Cartland gehört zu den erfolgreichsten Romantik-Literatur Autorinnen der Welt. Die gebürtige Britin (1901 – 2000) entstammte einer Mittelklasse-Familie, die von etlichen Schicksalsschlägen getroffen wurde. Der Großvater beging Selbstmord und sowohl der Vater als auch die beiden Brüder fielen den beiden Weltkriegen zum Opfer. Genug Drama, um aus Barbara zunächst eine erfolgreiche Klatschreporterin zu machen.

Durch die erste Ehe mit Alexander George McCorquodale und der Geburt ihrer Tochter Raine, hielt sie sogar Einzug in königliche Kreise. Raine heiratete nämlich einen gewissen Graf Spencer und wurde somit die Stiefmutter von Prinzessin Diana. Barbara Cartland bezeichnete sich selbst als Romantik-Expertin und war derart fleißig, dass man nach ihrem Tod noch 160 unveröffentlichte Romane fand.

Äußerlich wirkte sie genau so, wie man sich eine Liebesroman-Schriftstellerin vorstellt – mondän, etwas übertrieben geschminkt und gekleidet, wunderbar etepetete mit viel Pink. Da wundert es nicht, dass Comedians wie Matt Lucas und David Walliams sie in ihrer Serie „Little Britain“ so herrlich auf die Schippe nehmen konnten.

Wagnis der Liebe

© 1987 Kinowelt – Helena Bonham Carter, Marcus Gilbert, Fiona Fullerton

Doch kommen wir zur Verfilmung, die gespickt ist mit bekannten, britischen Namen und die trotz oder gerade wegen des hohen Kitsch-Faktors einfach nur Spaß macht.

Erzählt wird die Geschichte von Serena Staverley (Helena Bonham Carter), deren Vater Sir Giles Staverley (Christopher Plummer) der Spielsucht verfallen ist. Er lässt sich von Lord Harry Wrotham (Edward Fox) zu einem Würfelspiel überreden, bei dem er einfach alles verliert; sein Hab und Gut und seine Tochter. Der üble Lord Wrotham hatte nämlich schon lange ein Auge auf die junge Serena geworfen, die ihn jedoch stets ablehnte.

Just in dem Moment, als er sich schon seines Sieges und seiner baldigen Heirat mit der Angebeteten sicher wähnt, wird er wiederum von Lord Justin Vulcan (Marcus Gilbert) – ja, Lords und Ladys gibt es hier unzählige – herausgefordert und … verliert. Indes hatte sich Serenas Vater voller Scham selbst ins Jenseits befördert.

Viel Zeit zum Trauern bleibt Serena nicht, denn Lord Vulcan hat sich bereits für eine erste Inspektion seines Gewinns angekündigt. Er gilt als sehr reich, aber auch als unnahbar und unterkühlt. Serena ist fest entschlossen, die Schuld ihres Vaters zu begleichen, selbst wenn das bedeutet, den kühlen Lord zu ehelichen. Doch als so furchtbar stellt der sich gar nicht heraus. Und auch Vulcan findet auf Anhieb Gefallen an Serena. Von Heirat kann zunächst jedoch keine Rede sein.

Wagnis der Liebe

© 1987 Kinowelt – Diana Rigg

Er schickt Serena zu seiner Mutter, Lady Harriet (Diana Rigg), auf seinen Familiensitz Mandrake. Die Mauern dieses Hauses bergen etliche Geheimnisse, von denen Serena eines nach dem anderen lüftet. So ist Lady Harriet keine besonders nette Frau – hartherzig, geldgierig und spielsüchtig. Um sich ihren Luxus zu finanzieren, betätigt sie sich als Schmugglerin.

Als sie hört, dass Serena ein stattliches Erbe erwartet, sobald sie heiratet, bedient sie sich alsbald als Kupplerin. Das ruft auch Lord Wrotham wieder auf den Plan, der seine Niederlage immer noch nicht verkraftet hat. Lord Vulcan erweist sich derweil als Serenas ständiger Helfer in der Not, ist jedoch immer noch nicht bereit, ihr seine Liebe zu gestehen. Dann macht Serena die unerwartete Bekanntschaft des tot geglaubten Vaters von Justin (Stewart Granger) und erfährt, was den einst so lebensfrohen jungen Mann so zynisch werden ließ.

Bis sich jedoch alles einem Happy End nähern kann, sind noch einige Hürden zu überwinden. So stört nicht nur Lord Wrotham die sich zart entwickelnden Bande, sondern auch Lady Isabel Gillingham (Fiona Fullerton), die schwer verliebt in Justin ist und in Serena eine Bedrohung sieht. Zu allem Übel schmiedet Lady Harriet einen heimtückischen Plan…

Wagnis der Liebe

© 1987 Kinowelt – Stewart Granger

Spätestens seit James Ivorys Oscar-prämierter Romanverfilmung „Zimmer mit Aussicht“ (1985) ist Helena Bonham Carter keine Unbekannte mehr. Seither kann sie eine beachtliche Kinokarriere vorweisen und spielt auch immer wieder bevorzugt in den Filmen ihres Lebensgefährten, Regisseur Tim Burton, mit. Aktuell war sie außerdem in einigen Harry Potter Filmen und als Queen Mum in „The King’s Speech“ zu sehen. In fast allen ihrer Filme, die auch in Deutschland zu sehen sind, erhielt sie die wunderbar rauchige Synchronstimme von Melanie Pukaß – so auch in „Wagnis der Liebe“.

Überhaupt ist die Synchronisation dieses TV Films hervorragend gelungen. Man nahm nur bekannte Stimmen, die zudem auch noch sehr gut zu den jeweiligen Charakteren passten. So wurde Stewart Granger von niemand geringeren als den leider erst kürzlich verstorbenen Friedrich Schoenfelder gesprochen. Auch Marcus Gilbert bekam eine markante Stimme – nämlich die von Hubertus Bengsch, der u.a. auch William Petersen in der Krimiserie „CSI – Den Tätern auf der Spur“ spricht.

Wagnis der Liebe

© 1987 Kinowelt – Helena Bonham Carter, Marcus Gilbert

Die großartige Diana Rigg, die durch ihre Rolle als Emma Peel in der britischen Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ quasi Kultstatus erlangte, kann sich hier als Lady Harriet mal von der bösen Seite zeigen und intrigiert, was die Rolle hergibt. Fiona Fullerton („James Bond 007 – Im Angesicht des Todes“, „Shaka Zulu“) überzeugt als verwöhnt-zickige Lady Isabel und trotzdem Christopher Plummer und Stewart Granger nur minimale Nebenrollen inne haben, wirken diese keineswegs verschwendet.

Mag man derartige Romane und deren Verfilmungen gern als Schmonzette abtun, so ist diese jedoch sehr gelungen. Überbordende Orchestermusik, opulente Ausstattung, schöne, farbenfrohe Kostüme und exzellente Schauspieler. Es gibt Romantik und Abenteuer, attraktive Helden, fiese Schurken, nette Schurken, hübsche Mädchen, gierige Weibsbilder, klingende Degen und schmuddelige Piraten.

Wagnis der Liebe

© 1987 Kinowelt – vlnr: Diana Rigg, Fiona Fullerton, Barbara Cartland, Marcus Gilbert, Helena Bonham Carter

Das Bild der DVD ist trotz des Alters der Produktion sehr ordentlich. Der Ton kommt in Englisch und Deutsch als Dolby Digital 2.0, jedoch gibt es keine Untertitel oder Extras (bis auf Werbetrailer weiterer Veröffentlichungen von Fernsehjuwelen). Verpackt ist die DVD in einer Softbox in einem schön gestalteten Hochglanz-Papp-Schuber. Der FSK-Button ist lediglich auf der Box, nicht aber auf dem Papp-Schuber aufgebracht – für Sammler sicher eine gute Alternative.

DVD Ausstattung
Wagnis der Liebe - DVD Cover

Coverfoto: Fernsehjuwelen

Format: PAL
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 4:3 (1.33:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 1
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 90 Min.
Extras: keine
Verpackung: Softbox in Papp-Schuber
Label: Fernsehjuwelen

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