Dokumentationen, Rezensionen
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1066: Die Schlacht um England

1066 - Doku-Drama
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© Hardy Pictures 2009, Foto: Giles Keyte – Søren Byder
Rezension: Doku-Drama

1066 war ein denkbar schlechtes Jahr für die Engländer. Im Herbst dieses Jahres – in nur wenigen Wochen – wurden sie von gleich zwei Feinden angegriffen. Im September musste sich Harald II. von England – Harald Godwinson – den Wikingern stellen, die schon seit dem 9. Jahrhundert Eroberungszüge gegen England führten und nun in seinem eigenen Bruder Tostig Godwinson einen Verbündeten fanden. In Stamford Bridge (unweit von York), entschied sich die Schlacht, nachdem die englische Armee binnen kürzester Zeit nach Süden marschieren musste. Harald besiegte sowohl den norwegischen König Harald Hardrade als auch seinen Bruder.

1066 - Szenefoto

© Hardy Pictures 2009, Foto: Giles Keyte

Lange währte dies nicht, denn schon im Oktober griffen die Normannen an. Die Schlacht bei Hastings (in der Nähe der heutigen Stadt Battle, East Sussex) ging als die wohl blutigste dieser Zeit in die Geschichte ein. Während die englische Armee überwiegend aus Bauern bestand, die sich verpflichten mussten – zumindest für einige Monate – Kriegsdienst zu leisten, in der Regel aber unerfahren waren, konnte Herzog Wilhelm mit einem weit stärkeren Heer aufwarten, das er in drei Formationen aufteilte. Harald Godwinson wurde u. a. mit der Vortäuschung eines Rückzugs von Wilhelm dem Eroberer bezwungen und getötet. Nach Haralds Tod wurden die Bauern automatisch von ihrer Kriegspflicht entbunden und flohen. Die Schlacht war verloren. Wilhelm ließ sich noch im selben Jahr zu Weihnachten zum König von England krönen, zu Wilhelm I.

1066 - Szenefoto

© Hardy Pictures 2009, Foto: Giles Keyte – m: Francis Magee

Geschichtsunterricht der unterhaltsamen Art. In der langen und ausgezeichneten Tradition britischer Dokumentationen, kann sich das für Channel 4 produzierte „1066“ (aka „1066: The Battle for Middle Earth“) mühelos einreihen. Seit die BBC mit innovativen und opulent ausgestatteten Dokumentationen wissbegierige Zuschauer vor den Bildschirm locken konnte, entwickelten sich Dokus nicht nur im britischen Fernsehen zu lehrreichen Entertainment-Sendungen für die ganze Familie. Vorbei war die Zeit, in der Bildungs-TV als trocken und langweilig verpönt war.

1066 - Szenefoto

© Hardy Pictures 2009, Foto: Giles Keyte – Søren Byder, Kate Ambler

Eine Idee, Wissen informativ und unterhaltsam zu präsentieren, ist die Einbindung fiktionaler Charaktere, um dem Zuschauer so den Zugang zu den Ereignissen zu erleichtern. Auch für „1066“ schuf man erdachte Helden, die es durchaus hätte geben können. So sympathisiert man hier in erster Linie mit den Bauern Leofric (Tim Plester, „Happiness“, „Murphy’s Law“) und Tofi (Mike Bailey, „Skins“), die von Ordgar (Francis Magee, „Game of Thrones“) „rekrutiert“ werden und gemeinsam mit ihm in die Schlachten ziehen. Auf der Seite der Wikinger findet sich u.a. der dänische Schauspieler Søren Byder als Snorri, der nach der Niederlage der Wikinger für die Engländer kämpft. Ozouf, der Führer der kämpfenden Normannen, wird von Anthony Debaeck („Die Queen“, „Torchwood“) dargestellt, unterstützt von Peter Guinness („The Bill“, „Ivanhoe“, „Casualty“) als De Coutances.

1066 - Szenefoto

© Hardy Pictures 2009, Foto: Giles Keyte – Søren Byder, Mike Bailey

Das Label polyband veröffentlichte diese Dokumentation am 26. August 2011. Auf einer Disc befinden sich drei Episoden mit circa 50 Minuten Spielzeit. Ausgestattet ist die DVD sowohl mit der englischen als auch der deutschen Tonspur. Leider Usus geworden ist das Fehlen jeglicher Untertitel. Möchte man also die Doku im Original erleben, um z. B. Ian Holm („Der Herr der Ringe“) als Erzähler zu hören, sollte man der englischen Sprache mächtig sein. Des Weiteren fehlen Extras, die bei einer Dokumentation vielleicht aber auch nicht zwingend sind und sich meines Wissens auch nicht auf der Original-DVD aus GB befinden.

DVD Ausstattung
1066 - Doku-Drama - DVD Cover

Coverfoto: polyband

Format: PAL
Ländercode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 1
Altersfreigabe: 16
Laufzeit: ca. 150 Min. (3 x ca. 50 Min.)
Extras: keine
Verpackung: DigiPak im Schuber
Label: polyband

1 Kommentare

  1. Die DVD kommt in einem schönen Pappeinschub, so etwas gefällt mir persönlich immer besser also die typischen DVD-Hüllen und macht eine DVD immer ein wenig zu etwas Besonderem. Der Inhalt der DVD ist leider nicht besonders. Ich habe auf einige schöne Extras gehofft aber da findet sich nichts, also wirklich nichts. Auf der DVD sind nur die 3 Folgen dieser Dokumentation enthalten, man hätte lieber noch etwas an Extras draufpacken sollen und dafür 2 DVDs herausbringen sollen, denn nun wirkt das ganze bis auf die schöne Hülle eher lieblos.

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