Lewis - Staffel 3 - Szenefoto

Lewis: Wen die Muse küsst

[white_box]Copyright Artikelbild
© ITV 2009, Edel:Motion – Laurence Fox, Kevin Whately[/white_box]
Rezension: Staffel 3

Sie heißen Barnaby, Lynley, Gently, Hill, Walker oder Boyd. Das ZDF beschert uns regelmäßig britische Krimi-Perlen mit liebenswert schrulligen oder auch markant ambivalenten Verbrechensaufklärern. Seit zwei Staffeln ist auch Inspektor Robert Lewis dabei. Als Ableger-Serie der hierzulande leider noch nicht gezeigten Krimireihe „Inspector Morse“, ermitteln sich Lewis (Kevin Whately) und sein junger Kollege James Hathaway (Laurence Fox) durch Mordfälle der Universitätsstadt Oxford.

Während das ZDF die Ausstrahlungstermine für die 3. Staffel ab dem 10.04.2011 geplant hat, erscheint sie auf DVD bereits zwei Tage zuvor, am 08. April 2011. Zur Freude aller Fans britischer Krimikost hat das Label Edel Motion schon etliche TV Serien fürs heimische Kino auf den Markt gebracht. Darunter auch einige der bereits erwähnten – „Inspector Barnaby“, „The Inspector Lynley Mysteries“, „Hautnah – Die Methode Hill“, „George Gently – Der Unbestechliche“ (deren 2. Staffel übrigens am 20.05.2011 erscheint), „Der Preis des Verbrechens“ oder auch „Waking the Dead“.

Wie schon in den ersten beiden Staffeln gibt es in Oxford einmal mehr vier Verbrechen in Spielfilmlänge aufzuklären.

Lewis - Staffel 3 - Szenefoto
© ITV 2009, Edel:Motion – Kevin Whately, Cara Horgan

In „Von Musen und Morden“ (Allegory of Love) findet sich Inspektor Lewis auf Bitten seiner Vorgesetzten Innocent (Rebecca Front) auf der Buchpräsentation des gefeierten, jungen Fantasy-Roman Schriftstellers Dorian Crane wieder. Während sich Lewis für diese Literatur nicht begeistern kann, punktet sein Assistent Hathaway mal wieder mit außergewöhnlicher Belesenheit. Ein Umstand, der Lewis nicht nur jedes Mal ein genervtes Augenrollen entlockt, sondern dem Zuschauer in so ziemlich jeder Lewis Episode auch ein Schmunzeln. Als nach dem Ende der Präsentation eine junge Frau mit einem antiken Spiegel getötet wird, müssen die beiden Ermittler zunächst herausfinden, in welcher Beziehung das Opfer Marina Hartner zu einigen Verdächtigen stand. Wenig später wird auch Dorian Crane ermordet und der Fall gestaltet sich komplizierter als erwartet.

Noch einmal in literarische Gefilde entführt uns die Folge „Mörder in eigener Regie“ (The Quality of Mercy). Doch auch mit dem guten alten Shakespeare hat Lewis nicht viel am Hut. Während einer Voraufführung des Stücks „Der Kaufmann von Venedig“ wird Richard Scott, der Darsteller des Shylock, erstochen. Bei ihren Ermittlungen stoßen Lewis und Hathaway auf wenig Mitgefühl. In der Welt des jungen Theaters scheint jeder sich selbst der Nächste. Ehrgeiz, Eifersucht und geistiger Diebstahl bieten gute Motive, erstrecht, als auch noch eine junge Journalistin ermordet wird, die kurz zuvor damit prahlte, eine Sensationsstory zu veröffentlichen. Doch die Zahl der Verdächtigen ist nicht gerade klein. Neben der eigentlichen Mordgeschichte gibt es überraschend auch wieder einen Bezug zu Lewis ganz persönlichem Hintergrund, der nach wie vor um seine verstorbene Frau trauert.

Lewis - Staffel 3 - Szenefoto
© ITV 2009, Edel:Motion – vlnr: Jenny Seagrove, Ophelia Lovibond, Kevin Whately

Um eine um Jahre zurückliegende Tat aus religiösem Fanatismus, Schuld und Rache geht es in „Eine Frage der Perspektive“ (The Point of Vanishing). Als Steven Mullan in seiner Badewanne ertränkt wird, gibt es für Lewis und Hathaway schon bald zwei Motive – Rache oder Eifersucht. Aber auch, als sich herausstellt, dass der Tote gar nicht Steven war, ist man nicht viel weiter. Immer wieder befragen die Ermittler die Mitglieder der Familie Rattenbury, deren Tochter Jessica einst von Mullan so schwer verletzt wurde, dass sie seither im Rollstuhl sitzt. Den Vater plagen Schuldgefühle, denn eigentlich war er das Ziel von Mullans Anschlag gewesen. Jessicas Bruder hat einen übertriebenen Beschützer-Instinkt und ihre Mutter Cecile (Jenny Seagrove) macht aus ihrer Verbitterung keinen Hehl. Nach einem Selbstmord und der tatsächlichen Ermordung von Steven Mullan wird es Zeit, das Puzzle zusammenzusetzen.

Lewis - Staffel 3 - Szenefoto
© ITV 2009, Edel:Motion – Perdita Weeks, David Hayman

„Ein letzter Blues“ (Counter Culture Blues) versammelt bekannte, britische Namen im Cast wie etwa David Hayman („Der Preis des Verbrechens“), Joanna Lumley (brillant in „Absolutely Fabulous“), Simon Callow (Grandseigneur des britischen Theaters), Helen Baxendale („Cold Feet“) und den spitzbübischen Harry Lloyd, der sich spätestens seit seinem Gastauftritt in „Doctor Who“ und seiner Rolle des Will Scarlett in „Robin Hood“ bekannt gemacht hat.

Lewis schwelgt in Erinnerungen, als er wegen einer Ordnungswidrigkeit zum Anwesen des alternden Rockstars Richie Maguire (David Hayman) fahren muss. Der war Bandleader der Midnight Addiction, deren Musik Lewis in den 70er Jahren nicht nur kannte, sondern liebte. Zum ersten Mal, so scheint es, ist er seinem jungen Kollegen in Sachen Wissen voraus. Hathaway hat dafür nur ein Schulterzucken und hämische Bemerkungen übrig.

Hathaway: „Das klingt eher nach Status Quo, die nach Keksen quengeln im Altersheim.“

Als ein Jugendlicher ermordet wird, führt dies wieder zum Anwesen von Richie, der mit seiner Band ein Comeback plant, nachdem die tot geglaubte Sängerin Esme Ford (Joanna Lumley) nach 35 Jahren wieder aufgetaucht war. Als es zwei weitere Leichen gibt, ist Lewis sich sicher, dass der Täter im Kreise der alten Rocker zu finden ist.

Neben den vier Spielfilmen mit einer Gesamtlaufzeit von 370 Minuten, die man wahlweise in Deutsch oder Englisch erleben kann (jedoch ohne deutsche Untertitel), gibt es leider keine Extras. Wer sich an dem FSK-Button stört, muss dies leider in Kauf nehmen, denn es gibt auch kein Wendecover als Alternative. Nun könnte man über eine gewisse Lieblosigkeit lamentieren, allerdings war dies bei den vorhergehenden Staffeln auch nicht anders und Extras gibt es auf den britischen Original-Boxen ebenfalls nur minimal.

„Lewis – Der Oxford-Krimi“ ist das Ansehen allemal wert. Wie in so vielen britischen Kriminalserien liegt die Stärke in den klassischen Mordgeschichten, die weder mit Spannung, Skurrilität oder Unvorhersehbarkeit geizen. Kennt man in den meisten modernen Kino-Thrillern den Täter oft schon nach wenigen Minuten, muss man hier stets mit raten. Dies macht umso mehr Spaß, je liebenswerter die Ermittler-Duos gezeichnet sind. Die Chemie zwischen Lewis und Hathaway ist stimmig und humorvoll und gewinnt in dieser dritten Staffel noch an Tiefe. Rein schalten oder kaufen. Es lohnt sich!

DVD Ausstattung
Lewis - Staffel 3 - DVD Cover
Coverfoto: Edel:Motion

Format: PAL
Disc-Type: DVD-5
Ländercode: 0
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9 (1.78:1)
Audio: Dolby Digital 2.0
Anzahl der Disks: 4
Altersfreigabe: 12
Laufzeit: ca. 370 Min. (4 x ca. 90 Min.)
Extras: keine
Verpackung: Softbox
Label: Edel:Motion

Episoden
  • Disc 1 – 3.01 Von Musen und Morden
  • Disc 2 – 3.02 Mörder in eigener Regie
  • Disc 3 – 3.03 Eine Frage der Perspektive
  • Disc 4 – 3.04 Ein letzter Blues

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.